Steigende Wassertemperaturen können laut einer Studie für Bodensee-Felchen bestandsbedrohend sein. Mit den Temperaturen steigt auch die Sterblichkeit der Fischlarven, wie Biologen der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen und der Universität Konstanz nun nachweisen konnten. Dafür untersuchten sie die Entwicklung von Eiern und Larven der Blaufelchen in unterschiedlichen Wassertemperaturen. «Die Resultate geben wenig Anlass zur Entwarnung», teilten die Forscherinnen und Forscher mit.
Bodensee wird immer wärmer
Im tiefen Wasser, wo sich die Eier der Blaufelchen entwickeln und die Larven schlüpfen, überschreite die Wassertemperaturen schon heute Werte, die ursprünglich erst für das Jahr 2040 prognostiziert worden seien. «Auch im Flachwasser, wo die Gangfische laichen, ist es heute rund ein Grad wärmer als üblich.»
Laut einer Auswertung des Seeforschungsinstituts Langenargen lag die Temperatur in der Tiefe im Jahresdurchschnitt 2023 bei 5,4 Grad. Das ist ein neuer Höhepunkt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 4,3 Grad. Die Temperatur steigt von Jahr zu Jahr an.
Im Jahr 2022 erreichte die Temperatur in dem Binnengewässer im Jahresdurchschnitt an der Wasseroberfläche einen Höchstwert von 14,1 Grad. Das Seeforschungsinstitut Langenargen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) misst die Wassertemperatur im See seit 1962. Damals betrug sie im Schnitt noch 10,5 Grad.
Auch für die ausgewachsenen Felchen wird befürchtet, dass diese im Sommer, wenn sie normalerweise Wasserflöhe in den lichtdurchfluteten Bereichen an der Seeoberfläche fressen, aufgrund des zu stark erwärmten Wassers nicht mehr in diese Bereiche einschwimmen. Dadurch seien sie von ihrer Nahrung getrennt.