Es dürfte ein bislang einmaliger Vorgang sein: Im katholischen Bistum Augsburg werfen zwei der drei Missbrauchsbeauftragten hin - und Bischof Bertram Meier erfährt davon aus der Zeitung. Die Diplom-Psychologen Angelika Hauser und Rupert Membarth geben am Mittwoch in der «Augsburger Allgemeinen» bekannt, ihre Ämter Ende April niederzulegen und werfen der Bistumsleitung mangelnden Aufklärungswillen vor. Das Bistum erfährt davon nach eigenen Angaben nicht von den beiden selbst, sondern weil die Zeitung anfragt. Ein mögliches Zeichen dafür, wie angespannt das Verhältnis zwischen den Beauftragten und der Diözese zuletzt gewesen sein mag.
«Leider habe ich bis heute nicht erkennen können, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Augsburg, die Bischof Bertram einmal als seine «Herzensangelegenheit» bezeichnete, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und echtem Aufklärungswillen betrieben wird», zitiert die Zeitung aus einem Schreiben der beiden Sachverständigen an die Bistumsleitung. Membarth sagt der «Augsburger Allgemeinen»: «Noch immer wird versucht, Dinge auszusitzen. Auf der anderen Seite stehen Betroffene und ihr langes Leid.» Und weiter: «Bilanzierend muss ich sagen: Uns wurde die Arbeit erschwert.»