An Weihnachten gehen auch noch jene Menschen in die Kirche, die eigentlich schon längst mit der Institution abgeschlossen haben. Aber «Stille Nacht» klingt schön – und Tradition ist es ja doch auch noch. Aber worüber soll der Priester oder die Pfarrerin predigen?
Den mahnenden Zeigefinger heben, Konsumorgien zum Fest kritisieren? Oder leicht-verdaulich vom Jesuskind im Stall und den Engeln schwärmen? Einen Werbeblock einfügen, wie viel Gutes die Kirche doch tut und man auch mal abseits von Weihnachten vorbeischauen soll? Gesellschaftliche und politische Themen aufgreifen?
Predigen an Weihnachten sei besonders schön, sagt der evangelische Landesbischof Christian Kopp, «weil die Weihnachtsgeschichte so zu Herzen geht. Sie erzählt von den zentralen Werten des Menschseins: Von der Freundlichkeit und der Freude und vom Frieden, nach dem sich alle sehnen.» Die Vorbereitungen begännen schon zu Beginn der Adventszeit, sagte Kopp. Manches entstehe jedoch auch kurzfristig.