Das Erzbistum Bamberg hat eingeräumt, dass ein mutmaßlicher Missbrauchstäter vor 50 Jahren nicht angezeigt wurde, sondern ins Ausland gehen durfte. Der beschuldigte Priester starb im Jahr 2000, wie ein Sprecher des Erzbistums mitteilte.
Der Priester leitete demnach von 1970 bis 1976 ein Internat in Bamberg. Zuvor war er Sekretär des damaligen Erzbischofs Josef Schneider gewesen. Aus den Akten sind Namen von fünf Schülern des Internats bekannt, die von seinen Taten betroffen waren.
1976 wurde der Geistliche nach Namibia versetzt. Aus einem Schriftverkehr ergebe sich, dass die damalige Bistumsleitung, das Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und das Apostolische Vikariat Windhoek von den Missbrauchsvorwürfen wussten, hieß es weiter.