Fronleichnam erinnert an die vergangenen Zeiten, als die katholische Kirche sich in barockem Prunk und Pracht sonnte, als Mitgliederschwund und Personalmangel noch kein Thema waren: Mit großen Prozessionen feiert die katholische Kirche am Donnerstag (19. Juni) diesen Tag, der auch ein gesetzlicher Feiertag ist.
Zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten sind dabei, Blumenteppiche, Heiligenfiguren, Fahnen dienen als Schmuck - und im Zentrum steht die Monstranz, ein kostbar geschmücktes Gefäß, in dem eine geweihte Hostie aufbewahrt wird.
An Fronleichnam verlassen Katholikinnen und Katholiken bewusst die Kirche und gehen in den öffentlichen Raum. Das bedeute auch immer: «Hallo, es gibt uns noch und wir sind hier», sagte der katholische Stadtdekan von Nürnberg, Andreas Lurz, der Deutschen Presse-Agentur. «An einem Tag wie Fronleichnam ist das ganz offensichtlich. Wenn Menschen stehen bleiben, schauen, hören, fasziniert oder irritiert sind, dann ist das ein Moment, den wir nicht unterschätzen dürfen.»