Reformen in der katholischen Kirche? Dazu haben längst nicht nur Katholikinnen und Katholiken eine Meinung, gilt die Kirche doch als Global Player mit 2000 Jahren Geschichte auf dem Buckel. Die einen finden die Institution starr, verstaubt, männerdominiert. Die anderen meinen, es darf ruhig alles so bleiben wie es ist, vielleicht sogar wieder ein bisschen strenger werden. Wofür die Organisation «Wir sind Kirche» seit 30 Jahren kämpft, ist klar: keine Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester, Frauen im Priesteramt, weniger Hierarchie, mehr Mitbestimmung, keine Fixierung auf die Sexualmoral. Es ist ein Reformpaket, das an den Grundfesten der Institution rüttelt.
Aber was hat es gebracht, das Drängen auf Veränderungen, die Demos, die offenen Briefe, die Unterschriften, die Interviews seit nun schon drei Jahrzehnten? Kirchenrechtlich sei bislang keine der formulierten Grundforderungen umgesetzt, räumt Christian Weisner aus dem Bundesteam der Organisation ein.