Licht und Schatten: Im Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Trier haben der frühere Trierer Bischof Reinhard Marx und der derzeitige Bischof Stephan Ackermann laut einer Studie sowohl Fehler als auch Fortschritte gemacht. Historiker der Universität Trier haben Missbrauchsfälle und deren Bearbeitung in den Amtszeiten von Marx und Ackermann untersucht.
Kardinal Marx, heute Erzbischof von München und Freising, war von 2002 bis 2008 Bischof in Trier. Bischof Ackermann ist seit 2009 im Amt.
In dem Zeitraum sei generell die Sensibilität für sexualisierter Gewalt gestiegen, das Straf- und das Kirchenrecht wurden verschärft. Die Bereitschaft, Sexualdelikte wahrzunehmen, anzuzeigen und zu verfolgen, sei größer geworden. Das habe sich auch in Normen und Leitlinien des Bistums Trier niedergeschlagen. Einstige «Ermessensspielräume» seien verschwunden.
Die Zahl von Tätern und Opfern sei seit 2000 deutlich rückläufig, teilten die Wissenschaftler mit. Im untersuchten Zeitraum seien 37 Beschuldigte (21 unter Marx, 16 unter Ackermann) und mindestens 59 Opfer (35 unter Marx, 24 unter Ackermann) ermittelt worden.