Der Sommer bringt immer wieder interessante Pläne mit sich. Es ist die Jahreszeit, in der viele Menschen aufbrechen, neue Orte erkunden und endlich umsetzen wollen, was sie das restliche Jahr über auf der Wunschliste hatten.
Dabei richtet sich der Blick heute oft reflexartig nach Süden oder Osten: Spanien, Griechenland, Türkei. Was dabei leicht in Vergessenheit gerät: Das eigene Land bietet eine Fülle an Outdoor-Zielen, die sich mit vielen internationalen Destinationen problemlos messen können.
In diesem Zusammenhang hat Regatta, ein bekanntes Unternehmen für hochwertige Regenbekleidung und Regenjacken sowie für eine breite Palette weiterer Outdoor-Ausrüstung, eine aufschlussreiche Studie veröffentlicht.
Untersucht wurde, welche deutschen Regionen im Sommer 2026 die stärkste Nachfrage erzeugen, gemessen an echten Suchdaten aus dem Google Ads Keyword Planner, kombiniert mit öffentlich verfügbaren Informationen zur Outdooreignung der jeweiligen Regionen. Und Bayern, das kommt wenig überraschend, gehört zu den Regionen, die dabei besonders stark abschneiden.
Was Regatta gemessen hat und wie
Bevor man die Ergebnisse einordnen kann, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Untersuchungsdesign. Insgesamt wurden 67 deutsche Outdoor-Regionen und Einzelziele analysiert.
Statt einfach Suchanfragen zu zählen, hat Regatta ein differenziertes Bewertungsmodell entwickelt, das vier Faktoren berücksichtigt.
Die Suchnachfrage macht dabei den größten Teil aus: 60 von 100 möglichen Punkten. Die restlichen 40 Punkte verteilen sich auf die Eignung der Region für Wanderungen und Hiking, die Relevanz für wasserbasierte oder sommerliche Aktivitäten sowie den Status als Nationalpark oder als offiziell anerkanntes Naturschutzgebiet.
Dieser kombinierte Ansatz bedeutet, dass eine Region nicht allein durch hohes Suchvolumen an die Spitze gelangt; sie muss auch einen echten Outdoor-Wert mitbringen. Das macht das Ranking aussagekräftiger als eine reine Klickstatistik.
Die bundesweiten Top 10 und Bayerns Platz darin
Das Gesamtranking umfasst eine bemerkenswert breite Mischung an Landschaftstypen. Küstenregionen, Mittelgebirge, Seen, Wälder, alpine Gipfel und Flusstäler sind alle vertreten, ein Befund, der zeigt, dass Deutschland im Sommer für ganz unterschiedliche Reisevorlieben gerüstet ist.
| Rang | Ziel | Bundesland / Region | Landschaftstyp |
|---|---|---|---|
| 1 | Ostsee | Norddeutschland | Küste |
| 2 | Nordsee | Norddeutschland | Küste |
| 3 | Harz | Sachsen-Anhalt / Niedersachsen | Mittelgebirge |
| 4 | Bodensee | Bayern / Baden-Württemberg | See |
| 5 | Schorfheide | Brandenburg | Wald / Naturschutz |
| 6 | Zugspitze | Bayern | Alpine Bergregion |
| 7 | Allgäu | Bayern / Baden-Württemberg | Alpen / Seen / Wandern |
| 8 | Schwarzwald | Baden-Württemberg | Wald / Wandern |
| 9 | Mittelrheintal | Rheinland-Pfalz | Flusstal |
| 10 | Eifel | Rheinland-Pfalz / NRW | Vulkanregion |
Drei der zehn Plätze entfallen ganz oder überwiegend auf Bayern: Bodensee auf Rang vier, Zugspitze auf Rang sechs und Allgäu auf Rang sieben. Kein anderes Bundesland ist im oberen Bereich des Rankings so präsent.
Zugspitze: Deutschlands höchster Gipfel zieht weiterhin stark
Rang sechs im nationalen Gesamtranking; das ist ein klares Signal. Die Zugspitze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist nicht nur Deutschlands höchster Berg, sondern auch eines der meistgesuchten Wanderziele des Landes. Im Wandersegment liegt das Ziel bei knapp 9.900 monatlichen Suchanfragen. Damit liegt die Zugspitze gleichauf mit dem Mittelrheintal und übertrifft Ziele wie Schwarzwald, Allgäu und Eifel im selben Segment deutlich.
Was die Zugspitze für Outdoor-Reisende besonders interessant macht, ist die Kombination aus Zugänglichkeit und alpinem Erlebnis. Wer den Gipfel auf 2.962 Metern über dem Meeresspiegel erreichen möchte, kann zwischen anspruchsvollen Wanderrouten und der Zahnradbahn oder der Seilbahn wählen. Diese Flexibilität macht das Ziel für ein breites Publikum attraktiv, von erfahrenen Bergwanderern bis hin zu Familien, die das Alpenpanorama ohne mehrstündigen Aufstieg erleben möchten.

Der Bodensee ist das meistgesuchte Seenziel in der Analyse. / Foto: Olle August auf pixabay.com
Bodensee und Allgäu: Zwei starke bayerische Ankerpunkte
Der Bodensee auf Rang vier ist das meistgesuchte Seenziel in der gesamten Analyse. Mit rund 12.100 monatlichen Suchanfragen allein im Urlaubssegment lässt er jeden anderen Binnensee Deutschlands weit hinter sich. Der bayerische Anteil rund um Lindau am östlichen Seeufer profitiert von einer Kombination aus Wasserlagen, Wanderrouten in die angrenzenden Höhenlagen und einer gut entwickelten Freizeitinfrastruktur.
Das Allgäu auf Rang sieben bringt eine eigene Qualität mit: Hier treffen bayerische Alpenlandschaft, Voralpenseen und ein weitverzweigtes Wanderwegenetz aufeinander. Im Wandersegment kommt die Region auf rund 4.400 monatliche Suchanfragen. Hinzu kommen deutlich höhere Werte im Urlaubssegment, was zeigt, dass das Allgäu nicht nur als Tageswanderrevier, sondern auch als vollwertiges Sommerreiseziel wahrgenommen wird.
Bayern jenseits der Top 10: weitere Ziele mit starker Nachfrage
Das Gesamtranking umfasst 67 Destinationen, und Bayern ist auch jenseits der Top 10 gut vertreten. Mehrere bayerische Ziele erzielen im Gesamtdatensatz beachtliche Suchwerte:
| Rang | Ziel | Bundesland / Region | Landschaftstyp |
|---|---|---|---|
| 1 | Ostsee | Norddeutschland | Küste |
| 2 | Nordsee | Norddeutschland | Küste |
| 3 | Harz | Sachsen-Anhalt / Niedersachsen | Mittelgebirge |
| 4 | Bodensee | Bayern / Baden-Württemberg | See |
| 5 | Schorfheide | Brandenburg | Wald / Naturschutz |
| 6 | Zugspitze | Bayern | Alpine Bergregion |
| 7 | Allgäu | Bayern / Baden-Württemberg | Alpen / Seen / Wandern |
| 8 | Schwarzwald | Baden-Württemberg | Wald / Wandern |
| 9 | Mittelrheintal | Rheinland-Pfalz | Flusstal |
| 10 | Eifel | Rheinland-Pfalz / NRW | Vulkanregion |
Diese Zahlen zeigen, dass Bayern als Outdoor-Reiseland weit über seine bekanntesten Leuchttürme hinaus nachgefragt wird. Der Bayerische Wald erzielt sowohl im Wandern- als auch im Urlaubssegment solide Werte und spricht ein naturverbundenes Publikum an, das abseits der alpinen Hauptziele unterwegs ist.
Berchtesgaden und der Königssee wiederum profitieren vom Nationalpark-Status, der ihnen im Regatta-Bewertungsmodell zusätzliche Punkte einbringt.
Was das Ranking insgesamt über Sommer 2026 aussagt
Ein Vertreter von Regatta ordnete die Ergebnisse mit einem klaren Fazit ein: Die Sommerplanung der deutschen Reisenden ist vielfältiger geworden. Es gebe nicht mehr das eine dominante Reisemuster, sondern eine breite Streuung über verschiedene Landschaftsformen.
Außerdem wurde ausdrücklich auf die Bedeutung sorgfältiger Vorbereitung hingewiesen. Gerade in Bayern, wo Bergregionen und schnell wechselnde Wetterlagen zusammenkommen, sei das besonders relevant. Folgende Punkte wurden dabei als grundlegend genannt:
- Routenplanung vor dem Aufbruch: Länge, Höhenprofil und Schwierigkeitsgrad der Strecke prüfen
- Wetterbericht abrufen und auch für den Nachmittag berücksichtigen, da sich alpine Bedingungen rasch ändern können
- Eine vertraute Person über geplante Route und voraussichtliche Rückkehrzeit informieren
- Wetterfeste Kleidungsschichten mitführen, auch wenn der Start in die Tour bei Sonnenschein erfolgt
- Ausreichend Trinkwasser einpacken, besonders bei sommerlichen Temperaturen auf exponierten Routen
- Mobiltelefon vollständig aufgeladen mitnehmen und Offline-Karten für Gebiete ohne Mobilfunkabdeckung vorbereiten
Warum Bayern in solchen Rankings regelmäßig stark abschneidet
Kein anderes Bundesland vereint auf so engem Raum so viele verschiedene Outdoor-Qualitäten. Alpengipfel mit Höhen über 2.000 Metern, ausgedehnte Voralpenseen, dichte Mittelgebirgswälder im Bayerischen Wald, naturnahe Flusstäler wie das Altmühltal und weitläufige Nationalparks – all das ist in Bayern vorhanden und gut erreichbar.
Hinzu kommt eine ausgereifte Wanderinfrastruktur mit ausgeschilderten Routen, Alpenvereinshütten und einem dichten Netz touristischer Angebote. Das macht Bayern nicht nur für erfahrene Outdoor-Enthusiasten, sondern auch für Familien, Einsteiger und Reisende attraktiv, die einen unkomplizierten Einstieg in Naturerlebnisse suchen.
Die Regatta-Studie bestätigt, was viele Bayern-Reisende bereits aus eigener Erfahrung wissen: Die Region gehört zu den outdoor-stärksten Gebieten Deutschlands, und das Suchinteresse der bundesweiten Bevölkerung spiegelt dies klar und eindeutig wider.
Bayerns Stärke liegt in seiner Bandbreite
Die Ergebnisse der Regatta-Untersuchung liefern ein datenbasiertes Argument für das, was Outdoor-Reisenden in Bayern schon lange bekannt ist. Mit drei Zielen in den nationalen Top 10 und einer Reihe weiterer stark nachgefragter Regionen im Gesamtdatensatz belegt Bayern eine Position, die kein anderes Bundesland in dieser Breite erreicht.
Zugspitze, Allgäu und Bodensee stehen dabei stellvertretend für ein Angebot, das weit über diese drei Namen hinausgeht. Wer in diesem Sommer nach draußen will, findet in Bayern mehr als genug Gründe, gar nicht erst den Freistaat zu verlassen.