Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder eine ungewöhnliche Anfälligkeit für Infekte werden im Alltag oft schnell auf Stress, Schlafmangel oder die Jahreszeit geschoben. Manchmal steckt dahinter aber auch ein Nährstoffmangel, der lange unbemerkt bleibt. Denn selbst wer sich ausgewogen ernährt, nimmt nicht automatisch alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichender Menge auf.
Ein klassisches Blutbild liefert bei vielen Beschwerden zwar erste Hinweise, bildet den Nährstoffstatus aber nur teilweise ab. Welche Werte über die üblichen Standarduntersuchungen hinaus interessant sein können, hängt davon ab, worauf genauer geschaut werden soll.
Das große Blutbild – Was genau ist darin enthalten?
Das große Blutbild gehört zu den häufigsten Laboruntersuchungen in Hausarztpraxen. Es setzt sich aus dem kleinen Blutbild und einem sogenannten Differentialblutbild zusammen. Untersucht werden dabei vor allem die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen.
Auch Hämoglobin, Hämatokrit und verschiedene Werte zur Größe und Beschaffenheit der roten Blutkörperchen werden erfasst. Die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff durch den Körper. Niedrige Hämoglobin- oder Hämatokritwerte können deshalb unter anderem auf eine Blutarmut hinweisen.
Die weißen Blutkörperchen gehören zum Immunsystem. Im Differentialblutbild wird genauer aufgeschlüsselt, welche Arten weißer Blutkörperchen im Blut vorkommen und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Das kann bei der Einordnung von Infektionen, Entzündungen oder bestimmten Erkrankungen hilfreich sein.
Auch die Blutplättchen sind Teil des großen Blutbilds. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und sorgen dafür, dass sich Wunden nach einer Verletzung wieder verschließen können. Ihre Anzahl wird untersucht, weil zu niedrige oder zu hohe Werte auf verschiedene Ursachen hinweisen und die Blutungsneigung beeinflussen können.
Welche Nährstoffwerte fehlen im Standardcheck?
Ein großes Blutbild liefert Informationen über die Blutzellen, ist aber keine umfassende Untersuchung der Nährstoffversorgung. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden dabei nicht erfasst. Wer wissen möchte, wie es um einzelne Nährstoffe steht, braucht daher eine erweiterte Blutuntersuchung.
Eine Alternative zum klassischen Blutbild bieten erweiterte Bluttests wie die von Mein Bluttuning – dr. med. univ. Dieter Schmidt. Bei Mein Bluttuning können bis zu 120 Parameter zusätzlich zum Standardcheck untersucht werden. Die Ergebnisse zeigen, bei welchen Nährstoffwerten im sich ein genauerer Blick lohnt.
Je nach Untersuchung können einzelne Werte gezielt ausgewählt oder mehrere Nährstoffe gemeinsam bestimmt werden. Dadurch entsteht ein breiterer Überblick als bei einem klassischen großen Blutbild.
Wichtige Nährstoffe im Blick behalten
Bei einer erweiterten Blutuntersuchung können neben dem großen Blutbild verschiedene Nährstoffwerte überprüft werden. Dazu gehören Eisen, Vitamin B12, Folat, Vitamin D, Zink und Magnesium. Diese Werte zeigen, ob der Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen ausreichend versorgt ist oder ob sich ein Mangel abzeichnet.
Bei Eisen wird häufig auch geschaut, wie gut die körpereigenen Eisenspeicher gefüllt sind. Das kann hilfreicher sein, als nur den aktuellen Eisenwert im Blut zu betrachten. Bei Vitamin B12, Folat und Vitamin D wird jeweils der Wert gemessen, der am besten erkennen lässt, wie die Versorgung im Körper aussieht.
Auch Zink und Magnesium können über eine Blutprobe bestimmt werden. Beide Mineralstoffe sind an vielen Vorgängen im Körper beteiligt. Ein Bluttest kann deshalb einen ersten Überblick geben, ob die Werte im normalen Bereich liegen oder ob sie genauer betrachtet werden sollten.
Wenn Beschwerden auf einen Nährstoffmangel hindeuten
Ein Nährstoffmangel zeigt sich nicht immer sofort eindeutig. Viele Beschwerden entwickeln sich schleichend und werden zunächst mit Stress, Schlafmangel, der Jahreszeit oder einer allgemein anstrengenden Phase erklärt. Müdigkeit, fehlende Energie und Konzentrationsprobleme gehören zu den Symptomen, die bei mehreren Nährstoffmängeln auftreten können.
Ein niedriger Eisenwert wird häufig mit Erschöpfung, Blässe, Kopfschmerzen, Schwindel und einer geringeren Belastbarkeit verbunden. Manche Menschen bemerken außerdem Haarausfall, brüchige Nägel, kalte Hände und Füße oder Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung. Besonders aussagekräftig ist dabei nicht nur der aktuelle Eisenwert, sondern auch ein Blick auf die Eisenspeicher.
Bei einem Vitamin-B12-Mangel können neben Müdigkeit und Konzentrationsproblemen auch Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen auftreten. Manche Betroffene berichten von einer wunden oder brennenden Zunge, Gleichgewichtsproblemen oder einer auffälligen Vergesslichkeit. Da Vitamin B12 an der Blutbildung und am Nervensystem beteiligt ist, sollte ein länger bestehender Mangel nicht übersehen werden.
Ein niedriger Vitamin-D-Wert wird oft mit Muskelschwäche, Muskel- und Knochenschmerzen sowie einer höheren Infektanfälligkeit in Verbindung gebracht. Auch eine gedrückte Stimmung, Erschöpfung oder diffuse Schmerzen werden immer wieder genannt. Gerade nach den sonnenarmen Wintermonaten fällt ein Vitamin-D-Mangel bei vielen Menschen erst auf, wenn sie ihren Wert bestimmen lassen.
Zink spielt unter anderem für Haut, Haare, Nägel und die Wundheilung eine Rolle. Häufige Infekte, verzögerte Heilung kleiner Verletzungen, Haarausfall, brüchige Nägel oder Veränderungen beim Geschmacks- und Geruchssinn können bei einem niedrigen Zinkwert vorkommen. Bei Magnesium stehen häufig Muskelkrämpfe, Zucken der Augenlider, Verspannungen, innere Unruhe oder Herzstolpern im Vordergrund.
Blutwerte auch ohne Beschwerden überprüfen lassen?
Viele Nährstoffmängel machen sich nicht sofort bemerkbar. Der Körper kann eine Zeit lang auf gespeicherte Reserven zurückgreifen, bevor erste Beschwerden auftreten. Wer sich grundsätzlich fit fühlt, muss deshalb nicht bei jeder Gelegenheit eine umfangreiche Blutuntersuchung machen lassen.
Ein gelegentlicher Check kann trotzdem sinnvoll sein, vor allem wenn sich die Ernährung verändert hat oder bestimmte Lebensphasen mit einem erhöhten Bedarf verbunden sind. Das gilt zum Beispiel nach längeren Diäten, bei starken Regelblutungen oder wenn über längere Zeit wenig Sonne auf die Haut kommt.
Auch Menschen, die regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, können ihre Werte überprüfen lassen. So lässt sich sehen, ob die gewählte Dosierung überhaupt zum eigenen Bedarf passt. Wie oft eine Untersuchung sinnvoll ist, hängt von den jeweiligen Werten und der persönlichen Situation ab.
Bei unauffälligen Ergebnissen reicht vielen Menschen ein Check in größeren Abständen. Wurde bereits ein Mangel festgestellt oder wird ein Nährstoff gezielt ergänzt, kann eine erneute Messung nach einiger Zeit zeigen, ob sich der Wert verändert hat.
Blutabnahme richtig vorbereiten
Für viele Blutuntersuchungen wird empfohlen, morgens und nüchtern zum Termin zu erscheinen. Das bedeutet meist, einige Stunden vorher nichts zu essen. Wasser ist in der Regel erlaubt und kann sogar helfen, weil sich die Venen bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr leichter finden lassen.
Am Tag vor der Blutabnahme können sehr intensive Sporteinheiten, Alkohol und eine besonders üppige Mahlzeit einzelne Werte vorübergehend verändern. Wer Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D, Eisen, Vitamin B12, Magnesium oder Zink einnimmt, sollte das bei der Untersuchung angeben.
Ob ein Präparat am Morgen der Blutabnahme pausiert werden soll, hängt vom jeweiligen Test ab und sollte nach den Vorgaben des Arztes erfolgen. Verschriebene Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Auch sie gehören bei der Blutabnahme dazu, damit die Ergebnisse später im richtigen Zusammenhang betrachtet werden können.