Erektionsprobleme bei Männern: Was steckt dahinter und wann sollte man handeln?
Viele Ursachen können dafür sorgen, dass eine Erektion nicht zustande kommt oder nicht lange genug hält: Stress, Müdigkeit, Alkohol und auch Versagensangst oder andere Gedanken können die Erektion erschweren oder verhindern. Das allein ist noch keine behandlungsbedürftige Erektionsstörung.
Wenn die Schwierigkeiten häufiger auftreten oder über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen und als Belastung empfunden werden, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Ob Handlungsbedarf besteht, zeigt sich vor allem am Verlauf der Beschwerden. / Foto: Vitaly Gariev auf Pexels.com
Ein einzelner Aussetzer ist noch keine Diagnose
Wenn die für sexuelle Aktivität erforderliche Erektion wiederholt nicht erreicht oder gehalten werden kann, sprechen Fachleute von einer erektilen Dysfunktion. Wenn das Problem in unterschiedlichen Situationen auftritt oder deutlicher Leidensdruck vorhanden ist, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Sind behandlungsbedürftige Ursachen und mögliche Gegenanzeigen abgeklärt, kann der Arzt ein geeignetes Medikament wie zum Beispiel Sildenafil verschreiben. Aber wie wirkt Sildenafil eigentlich?
Es handelt sich dabei um einen sogenannten PDE-5-Hemmer, der den Abbau des Botenstoffs cGMP bremst. Auf diese Weise kann bei entsprechender sexueller Erregung mehr Blut in den Schwellkörper des Penis strömen. Meistens beginnt die Wirkung nach 30 bis 60 Minuten und hält für vier bis fünf Stunden an. Das bedeutet nicht, dass es während dieser Zeit zu einer Dauererektion kommt, denn die Erektion entsteht auch bei medikamentöser Unterstützung weiterhin nur im Zusammenhang mit einer sexuellen Stimulation
Das Muster ist wichtiger als ein einzelner Abend
Um Erektionsprobleme besser einordnen zu können, ist wichtig, ob sie nur in bestimmten Situationen auftreten, oder ob sie sich unabhängig von den Umständen und auch bei der Masturbation regelmäßig wiederholen. Auch das erlaubt zwar keine sichere Selbstdiagnose, kann dem Arzt aber wichtige Hinweise liefern.
Wenn die Beschwerden nach der Einnahme eines neuen Medikaments, nach einem medizinischen Eingriff oder zusammen mit anderen Problemen auftreten, muss das beim Arzttermin unbedingt erwähnt werden. Auch zunächst scheinbar unwichtige zeitliche Zusammenhänge können für die Diagnose von Bedeutung sein.
Körper und Psyche wirken häufig zusammen
Neben der sexuellen Erregung sind für eine Erektion funktionierende Gefäße und Nerven erforderlich. Verschiedene Vorerkrankungen und Probleme können die Durchblutung beeinträchtigen:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- erhöhte Blutfette
- starkes Übergewicht
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Stress
Ein Mangel an Testosteron sowie verschiedene neurologische Erkrankungen kommen ebenfalls als Ursache infrage. Außerdem kann es eine Rolle spielen, dass nach einer einmaligen Erektionsschwierigkeit oft die Anspannung wächst, wodurch es dann beim nächsten Mal schneller wieder Problemen kommen kann.
Die Gefäße machen das Symptom medizinisch wichtig
Die Blutgefäße im Penis sind klein. Daher können sich Durchblutungsstörungen dort bemerkbar machen, bevor sie an anderen Stellen Beschwerden verursachen. Wiederkehrende Erektionsprobleme gelten deshalb als möglicher Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Das bedeutet nicht, dass jeder Betroffene eine Herzerkrankung hat. Männer mit Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten oder familiärer Vorbelastung sollten das Symptom aber dennoch nicht verdrängen.
Wann rasches Handeln erforderlich ist
Ein zeitnaher Termin ist sinnvoll, wenn die Probleme wiederkehren, sich verschlimmern oder mit Schmerzen, einer neu aufgetretenen Penisverkrümmung, einem deutlichen Verlust der sexuellen Lust oder anderen körperlichen Veränderungen einhergehen. Auch nach einer Verletzung oder Operation sollte ein neuer Beschwerdebeginn abgeklärt werden.
Besondere Vorsicht gilt bei Erektionsmitteln in Kombination mit anderen Medikamenten. Sildenafil darf wegen eines möglichen gefährlichen Blutdruckabfalls nicht gemeinsam mit Nitraten gegen Angina pectoris eingenommen werden. Eine schmerzhafte oder länger als vier Stunden anhaltende Erektion ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Hilfe.