In der Unionsspitze gibt es deutliche Kritik am Appell von Papst Franziskus zu Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland. «Durch das Hissen von weißen Flaggen ist in der Ukraine nichts gelöst, ganz im Gegenteil», sagte Hessens Regierungschef Boris Rhein (CDU) am Montag beim Eintreffen zu einer gemeinsamen Sitzung der Präsidien von CDU und CSU zur Verabschiedung des Europawahlprogramms der Union in Berlin. Ihm falle als gläubiger Katholik, schwer, «nachzuvollziehen, was der Papst da gesagt hat. Es entspricht nicht meiner Meinung. Ich habe eine völlig andere Sicht der Dinge», ergänzte er.
Rhein fügte mit Blick auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin hinzu: «Denn uns muss allen klar sein, dass ein Sieg Putins in der Ukraine die Freiheit Europas in einer schlimmen Art und Weise beeinträchtigen wird. Nichts wird besser, wenn Putin dort siegt, sondern alles wird schlechter.» CDU-Schatzmeisterin Julia Klöckner sagte, sie sei als Katholikin «mehr als irritiert über diese Aufforderung, man möge die weiße Fahne hissen». Wenn man fordere, dass sich jemand ergebe, der überfallen werde, «dann ist das eine Aufforderung an Herrn Putin, mit kirchlichem Segen einfach weiterzumachen».