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Stimmungstest auch für Söder & Co.: Kommunalwahl in Bayern

Eigentlich ist es eine Wahl, bei der es um Personen geht: Landräte, Bürgermeister, Gemeinderäte. Doch die Kommunalwahl in Bayern gilt auch als Stimmungstest für die CSU und alle anderen Parteien.

In Bayern sind am Sonntag landesweit Kommunalwahlen. Rund 10,05 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Landräte, Oberbürgermeister und ersten Bürgermeister, ihre Gemeinderäte, Stadträte und Kreistage neu zu bestimmen. Unter dem Strich sind rund 39.300 Mandate zu vergeben. Die Wahl gilt auch als ein Stimmungstest für die CSU und alle anderen Parteien.

Bis alle Ergebnisse feststehen, wird es allerdings dauern: Am Sonntagabend werden zuerst die Landrats-, die OB- und Bürgermeisterwahlen ausgezählt. Für einen Sieg im ersten Wahlgang müssen Kandidatinnen oder Kandidaten mindestens 50 Prozent der Stimmen holen. Wo dies nicht gelingt, müssen die beiden Bestplatzierten in die Stichwahl am 22. März. Erfahrungsgemäß werden viele Wahlen tatsächlich erst zwei Wochen später endgültig entschieden.

Parteien warten auf landesweites Ergebnis am Mittwoch

Die Gemeinderats-, Stadtrats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens nächsten Mittwoch ausgezählt werden - dann soll auch das landesweite Ergebnis feststehen. Dafür werden die Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und die Kreistagswahlen in den Landkreisen zusammengezählt. Mit Spannung wird unter anderem erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt, die nun flächendeckend mit Listen antritt. Und ob und wie stark andere verlieren, insbesondere die CSU unter Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder.

Bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren war die CSU um gut fünf Prozentpunkte abgesackt und hatte landesweit nur noch 34,5 Prozent der Stimmen bekommen. Für die SPD war es 2020 um rund sieben Prozentpunkte auf historisch schlechte 13,7 Prozent nach unten gegangen. Die Grünen hatten vor sechs Jahren mit 17,5 Prozent ihr bisher bestes Kommunalwahlergebnis erreicht. Die Freien Wähler waren 2020 landesweit auf 11,9 Prozent gekommen, die AfD hatte am Ende 4,7 Prozent geholt. Gemeinsame Wahlvorschläge mit anderen Parteien oder Gruppen sind bei diesen Zahlen jeweils eingerechnet.

Eine repräsentative Umfrage vor wenigen Tagen hatte die CSU auf kommunaler Ebene klar in Front gesehen, für sie aber nur noch 33 Prozent ausgewiesen.

Amtsinhaber wollen nochmal - Spannung vor großen OB-Wahlen

In München bewirbt sich SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter um eine dritte Amtszeit. Er profitiert von der Abschaffung der Altersgrenze für Kommunalpolitiker vor zwei Jahren – sonst hätte er mit nunmehr 67 Jahren gerade so nicht noch einmal antreten dürfen. Reiters Hauptkontrahenten sind Dominik Krause von den Grünen, der seit 2023 Zweiter Bürgermeister ist, und der ehemalige Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner von der CSU.

In Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg hofft CSU-Oberbürgermeister Marcus König auf seine Wiederwahl - er hatte vor sechs Jahren die langjährige SPD-Hochburg erstmals erobert. In Augsburg bewirbt sich Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) um eine zweite Amtszeit.

Landrats- und Bürgermeisterwahlen nicht überall

Bei den Landratswahlen hoffen die Parteien jeweils darauf, die Zahl ihrer Mandatsträger halten zu können. Mit einigen wenigen Ausnahmen gehören die meisten Landräte aktuell der CSU an, gefolgt von den Freien Wählern.

Während die Gemeinderäte, Stadträte und Kreistage flächendeckend neu gewählt werden, gibt es aber nicht überall Landrats- und Bürgermeisterwahlen. So ist nur in 22 der 25 kreisfreien Städte das Amt des Oberbürgermeisters neu zu besetzen. In 1.898 der 2.031 kreisangehörigen Gemeinden sind die ersten Bürgermeister oder OBs zu wählen. Und nur in 62 der 71 Landkreise sind Landratswahlen. Die restlichen Wahlen finden zu anderen Terminen statt, etwa wenn ein vorheriger Amtsinhaber gestorben oder zurückgetreten ist und sich die Wahlperiode, die regulär sechs Jahre beträgt, deshalb verschoben hat.

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