Noch gibt's «Büro-Sharing» mit dem Amtsinhaber, doch bald gehört Sebastian Niedermaier das OB-Büro im Bamberger Rathaus alleine: Vom 1. Mai an ist er offiziell Oberbürgermeister der Stadt, nachdem er am 22. Mai die Stichwahl gewonnen hatte. Der Übergang ist fließend, schon seit Wochen ist Niedermaier dabei, sich einzuarbeiten, viele Ansprechpersonen kennenzulernen. Auch die Zusammenarbeit mit Andreas Starke, der zwei Jahrzehnte an der Stadtspitze stand und nicht wieder zur Wahl angetreten war, klappe gut: «Es ist von Vorteil, dass der Andi Starke und ich uns gut verstehen.»
Niedermaier saß zwar schon seit 2014 im Bamberger Stadtrat, hauptberuflich aber führte er eine Bio-Gärtnerei. Ob ihm der Abschied schwerfalle? Nein, sagt der SPD-Politiker. Er habe die Entscheidung zur Kandidatur ja bewusst getroffen und sich damals schon mit dem Gedanken vertraut gemacht, eventuell die Branche zu wechseln. Der Betrieb bleibe zudem in der Familie, seine Frau habe die Geschäftsführung übernommen. Und irgendwie sei er ja auch als OB weiterhin «mittendrin»: Er wohne auf dem Gelände der Gärtnerei. Und gut möglich, dass die Kundschaft im Hofladen dort auch dem Oberbürgermeister über den Weg läuft: «Das ist so in unserer Gärtnerstadt, das ist Bamberg.»