Nach dem Schuss auf einen Soldaten bei einer Großübung im Landkreis Erding nimmt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Polizei in Schutz und verweist damit indirekt auf die Bundeswehr. Es sei «bereits jetzt offenkundig, dass das Kommunikationsdefizit nicht bei der Regierung oder der Polizei lag», sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. Derweil teilte die Bundeswehr mit, sie habe ihre Kommunikationswege überprüft und intensiviert.
Bundeswehr-General: «Gott sei Dank glimpflich abgelaufen»
General Sandro Wiesner betonte bei einem Medientag in Niederaichbach (Landkreis Landshut) aber auch: «Wir haben ein ureigenes Interesse daran, dass so etwas nicht wieder passiert.» Die Bundeswehr unterstütze die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in dem Fall, der «Gott sei Dank glimpflich abgelaufen» sei.
Im Landkreis Erding war der Start des ersten Übungsszenarios der Bundeswehr erst für den 23. Oktober angekündigt gewesen. Am Abend zuvor war es aber im Landkreis Erding zu Beginn der Bundeswehr-Großübung «Marshal Power» zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Ein Bundeswehr-Angehöriger mit Schusswaffe war von einem Bürger als möglicher Gefahrenherd erkannt worden, er hatte die Polizei informiert. In der Folge kam es zu einem Schusswechsel, der Bundeswehr-Feldjäger wurde leicht verletzt.
Seither wird versucht, hinter den Kulissen zu klären, wie es dazu kommen konnte, dass weder die Öffentlichkeit noch die örtliche Polizei ausreichend über das geplante Manöver informiert waren. Unklar ist auch, weshalb weder die Öffentlichkeit noch die örtliche Polizei ausreichend über das Manöver informiert waren.
Angesichts der offenkundigen Kommunikationspanne forderten die Grünen im Landtag einen umfassenden Bericht Herrmanns am 12. November. Er sei dazu gerne bereit, teilte Herrmann mit und hoffe, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Landshut bis dahin entsprechend vorangeschritten seien.