Ein besseres Timing hätte sich CSU-Chef Markus Söder für seine Indien-Reise kaum wünschen können: Unmittelbar nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD im Bund spricht der bayerische Ministerpräsident im fernen Delhi nicht nur für den Freistaat Bayern. Dank seiner exponierten Rolle in der neuen Bundesregierung ist er - wie schon viele CSU-Chefs vor ihm - auch eine Art «Neben-Außenminister».
Schon vor seinem Abflug in München schwenkt Söder auf genau diesen Weg ein. Vor Kameras berichtet er, dass er nach Rücksprachen mit dem künftigen Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz und mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) für die möglichst schnelle Umsetzung einer indisch-europäischen Freihandelszone ist.
Nach seinem Treffen mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar in Neu-Delhi wird Söder dann noch konkreter: Er wünsche sich mehr deutsche Rüstungsexporte nach Indien, denn «die Inder haben Interesse, auch bei uns einzukaufen». Es sei auch für Deutschland wichtig, die Partnerschaft mit dem Subkontinent auszubauen.