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Bayern vor Kommunalwahl: Teure Mieten, Straßen und Nahverkehr bereiten Sorge

Teure Mieten treiben vielen Menschen Sorgenfalten auf die Stirn. (Archivbild) / Foto: Sina Schuldt/dpa
Teure Mieten treiben vielen Menschen Sorgenfalten auf die Stirn. (Archivbild) / Foto: Sina Schuldt/dpa

Kurz vor der Kommunalwahl in Bayern sorgen teure Mieten, marode Straßen und unzureichender Nahverkehr am meisten, das Vertrauen in Parteien sinkt.

Teure Mieten, der Zustand von Straßen und Radwegen und das Nahverkehrsangebot – lokale Alltagsthemen bereiten laut einer aktuellen Umfrage kurz vor der Kommunalwahl den Menschen in Bayern die meisten Sorgen. Die Unzufriedenheit der Menschen in den Städten und Gemeinden ist in diesen Bereichen am höchsten, wie aus einer neuen Umfrage zur Kommunalwahl hervorgeht, die der Bayerische Rundfunk und mehrere Zeitungen eineinhalb Wochen vor dem Wahltermin am 8. März veröffentlichten.

Das Vertrauen in die etablierten Parteien, die wichtigsten Probleme vor Ort zu lösen, sinkt demnach: Nur noch 25 Prozent trauen dies der CSU zu, das sind neun Prozentpunkte weniger als vor sechs Jahren. Die Freien Wähler liegen bei 10 Prozent (minus 1), die SPD bei 9 Prozent (minus 5), die Grünen bei 5 Prozent (minus 4). Zulegen konnte hier unter anderem die AfD auf 9 Prozent (plus 7). Andere Parteien beziehungsweise lokale Listen liegen bei 12 Prozent (plus 6).

Zufrieden mit der Sicherheit, unzufrieden mit den Mieten

Mit dem Angebot an bezahlbarem Wohnraum und den Mieten sind 57 Prozent der Menschen weniger oder gar nicht zufrieden. Und jeder Zweite (48 Prozent) ist mit dem öffentlichen Nahverkehr in seiner Kommune unzufrieden. Den Zustand von Straßen, Brücken und Radwegen beklagen ebenfalls 48 Prozent.

Auf der anderen Seite sind die meisten Menschen (79 Prozent) mit der Sicherheit in ihren Kommunen sehr zufrieden oder zufrieden. 73 Prozent äußern sich positiv über das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger, 59 Prozent über die wirtschaftliche Situation vor Ort und 58 Prozent über die Schulen und Kitas.

Mit den Lebensbedingungen in ihren Kommunen insgesamt sind dem neuen «Bayerntrend» zufolge 85 Prozent der Menschen zufrieden oder sehr zufrieden. Das sind allerdings 7 Prozentpunkte weniger als zur letzten Kommunalwahl im März 2020. 15 Prozent sagen nun, sie seien weniger oder gar nicht zufrieden. Am wenigsten zufrieden sind demnach Anhänger der AfD mit nur 61 Prozent. Zum Vergleich: In Hessen und Nordrhein-Westfalen sagten zuletzt jeweils 77 Prozent der Menschen, sie seien vor Ort sehr zufrieden oder zufrieden.

Großes Interesse an der Wahl

Das Interesse an den Kommunalwahlen ist relativ groß: 27 Prozent der Menschen interessieren sich der Umfrage zufolge sehr stark dafür, 45 Prozent stark. 23 Prozent interessieren sich weniger dafür, 5 Prozent gar nicht. Am größten ist das Desinteresse unter AfD-Anhängern mit 32 Prozent. Und: In kleinen Kommunen ist das Interesse tendenziell größer als in großen.

Der neue «Bayerntrend» wurde am Mittwochabend zeitgleich vom Bayerischen Rundfunk und mehreren Zeitungen und Verlagen veröffentlicht: «Augsburger Allgemeine», «Münchner Merkur», «Nürnberger Nachrichten», «Main-Post» und «Passauer Neue Presse». Das Institut infratest dimap befragte dafür vom 29. Januar bis 20. Februar insgesamt 3.621 Menschen in ganz Bayern – und differenzierte die Ergebnisse auch nach Regierungsbezirken aus.

Dabei kam beispielsweise heraus, dass die Zufriedenheit der Menschen mit dem Nahverkehrsangebot in Mittelfranken und Oberbayern merklich größer ist als in Niederbayern und der Oberpfalz, dass der Zustand der Straßen und Radwege in Oberfranken eher kritisch gesehen wird, und dass in Oberbayern 73 Prozent der Menschen das fehlende Angebot an bezahlbarem Wohnraum beklagen.

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