Es sind Gesten, Symbole, kurze Nebensätze, die deutlich machen, dass etwas wanken könnte am Grünen Hügel in Bayreuth. Die Richard-Wagner-Festspiele werden von einer Nachfahrin des Komponisten geleitet, von der Regisseurin Katharina Wagner. Aber wie lange noch? Wer hält die Fäden eigentlich in der Hand? Ist Bayreuth nicht längst ein großes Staatstheater für den Bund und den Freistaat Bayern? Eine Spurensuche im Jubiläumsjahr.
«Noch...» in Familienhänden
Nike Wagner, die Cousine der Festspielchefin, die einst mit ihr um den Posten konkurriert hatte, stellte in ihrer Festrede zum 150. Jubiläum vor allem die Frage nach der Zukunft der Festspiele, die immer mehr von einem Familien- zu einem Staatsbetrieb geworden seien. «Eine Art Erdrutsch findet statt», sagte sie und meinte damit «den endgültigen Übergang vom Familientheater zum Staatstheater». Bund und Land, die Geldgeber, die inzwischen so viel Mitspracherecht haben, dass sie die Festspielleitung ernennen, seien für sie «die Totengräber des familiären Elements der Festspielgeschichte». Nur das künstlerische sei heute - «noch» - in Familienhänden.