In Zeiten der Pest ist der Schäfflertanz in München als Aufheiterung für die Bevölkerung gedacht gewesen. Nun, die Pest wütet aktuell nicht, eine künstlerische Aufheiterung angesichts schwieriger Zeiten kam dennoch gut an: Die Schäffler führten am Mittag auf dem Münchner Marienplatz ihren berühmten Tanz auf, bei schönem Wetter und vor vielen Schaulustigen. Ein besonderes Ereignis, denn Schäfflertanz-Saison ist nur alle sieben Jahre.
Warum nicht öfter? Hierzu gibt es nach Angaben der Stadt eine Vielzahl an Vermutungen, etwa, dass die Pest alle sieben Jahre wiederkehrte, dass die Sieben als Glückszahl galt, dass die Zünfte einen bestimmten Zeitplan für ihre Bräuche hatten oder auch schlichtweg, weil Herzog Wilhelm IV. dies so anordnete. Die mehr als 500 Jahre alte Tradition wird seit 1871 vom Fachverein der Schäffler am Leben erhalten.
Die Schäffler - Fassmacher - tragen bei ihren Auftritten rote Jacken, grüne Kappen, schwarze Kniebundhosen sowie schwarze Lederschuhe. Bereits seit dem Dreikönigstag ziehen sie in diesem Jahr durch München und das Umland, sie treten in Schulen, bei Firmenfesten und Faschingsbällen auf. Dabei bringen sie es nach städtischen Angaben auf rund 450 Auftritte pro Saison. Mit den Faschingstagen beginnt die heiße Phase.