Die Geschichte der Widerstandsgruppe Weiße Rose und ihr Kampf gegen den Nationalsozialismus wird immer wieder erzählt, im Film, im Buch oder auch am Theater. Nun ist im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen ein Musical uraufgeführt worden. «Die Weiße Rose» von Regisseurin Vera Bolten und dem Musiker Alex Melcher ist ein bewegendes, aufwühlendes Stück mit packender Musik, das eindringlich und vielschichtig erzählt, wie Sophie und Hans Scholl, Alexander Schmorell und deren Freunde den Mut finden, sich gegen ein verbrecherisches Regime aufzulehnen.
«Ohne Hitler» am Familientisch
Das Ensemble spielt und singt beeindruckend und mit großer Begeisterung, neben Zeidler und Guth etwa auch Maximilian Aschenbrenner als Christoph Probst oder Adam Demetz in der Rolle des Alexander Schmorell. Authentisch sind auch die Debatten im Hause Scholl - auf schwäbisch, schließlich ist man ja in Ulm. Es sind hochpolitische Gespräche zwischen Hans und Sophie und den Eltern, vor allem dem Vater Robert (Martin Planz). Der Mutter Magdalena (Claudia Dilay Hauf) wird das irgendwann zu viel. Ihr Wunsch deshalb: «einmal ohne Hitler am Tisch essen».
Originale Zitate
Die Musik begleitet diese Szenen und ist mal melancholisch und leise, dann wieder energiegeladen oder sogar rockig und laut. Eingeflochten in die Dialoge und Songs sind auch originale Zitate, etwa aus Briefen, Tagebüchern oder Flugblättern, in denen die Weiße Rose die Verbrechen des NS-Regimes anprangerte.
Immer wieder gibt es auch Szenen der Verhöre, etwa von Hans und Sophie Scholl. Die Geschwister wurden am 18. Februar 1943 beim Verteilen eines Flugblattes in der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verhaftet und wenige Tage später zum Tode verurteilt und hingerichtet.