Die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, hat die umstrittenen Einsparungen beim berühmten Festspielchor verteidigt. «Wir sparen ja nicht aus Spaß», sagte sie im Interview von «BackstageClassical». «Der Vorschlag, auch beim Chor zu sparen, ist der allgemeinen Situation geschuldet, dass die Festspiele leider sparen müssen: Wir haben massive Tarifsteigerungen und Kostensteigerungen auf allen Gebieten.»
Alle anderen Bereiche des Hauses müssten auch sparen, sagte sie - da laufe das nur geräuschloser ab als bei dem Chor, wo die Kürzungen Schlagzeilen machten.
«Wir brauchen eine gewisse Grundstärke im Chor, aber wir brauchen dafür nicht unbedingt alle 134 Sängerinnen und Sänger immer und jeden Tag», sagte die 46-Jährige, die ihren Vertrag als Chefin der Richard-Wagner-Festspiele jüngst verlängert hat. «Wenn der große Chor nötig ist, wollen wir den Stamm-Chor mit professionellen Sängerinnen und Sängern auffüllen. Dazu sind wir in Gesprächen, wir werden weiter reden, und ich bin sicher, dass wir die Verhandlungen in eine Bahn lenken werden, mit der alle leben können.»