Als Valentin Schwarz 2022 seine Version von Richard Wagners Mehrteiler «Der Ring des Nibelungen» zum ersten Mal auf dem Grünen Hügel präsentierte, gab es einen Buh-Orkan wie schon lange nicht mehr bei den Bayreuther Festspielen. Zwei Jahre später scheinen die Gemüter sich beruhigt zu haben.
Nach dem «Rheingold» wird auch der zweite Teil, die «Walküre», mit Jubel und Getrampel gefeiert. Simone Young als erste «Ring»-Dirigentin der Festspiel-Geschichte legt noch einmal eine Schippe drauf und lässt das Orchester noch runder und kraftvoller klingen als im ersten Teil.
Dafür bekommt sie viel Applaus - allerdings nicht so viel wie Vida Miknevičiūtė als Sieglinde bei ihrem Bayreuth-Debüt. Für das Publikum ist sie der Star des Abends, dabei ist sie eine eher kraft- als gefühlvolle Sieglinde und in erster Linie laut und dabei nicht sehr variantenreich.