Eine kaum nachvollziehbare Collage an Bildern hat bei den Bayreuther Festspielen auch die «Götterdämmerung» begleitet. Geschaffen wurde das Bühnenbild des vierten und letzten Teils des «Ring des Nibelungen» mit Hilfe Künstlicher Intelligenz. Beim Publikum kam das Experiment großteils nicht gut an: Am Ende gab es lautstarke Buh-Rufe und Pfiffe, als Kurator Marcus Lobbes und sein Team die Bühne betraten.
Der Unmut aus dem Zuschauerraum galt jedoch nicht der gesamten Aufführung: Solisten, Chor und insbesondere der musikalische Direktor, Christian Thielemann, wurden bejubelt und kräftig beklatscht.
Im Jubiläumsjahr beschritten die Festspiele mit dem KI-«Ring» einmal mehr neue Wege und setzten auf neue Technologie. Die von Projektoren auf die Bühne geworfenen Bilder zeigten teils Szenen früherer «Ring»-Inszenierungen, teils historische Motive. Die Bilder überlagerten sich, wurden verfremdet und verzerrt. Teilweise nahmen sie aber auch die Sicht auf die Sänger, die weitgehend statisch auf der Bühne standen.