Derya Uzun kann noch immer nicht ganz glauben, dass sie an der 50. Ausgabe des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs teilnimmt. «Ich wollte es unbedingt. Es gab nichts, was ich noch mehr wollte», sagt die 27-jährige deutsche Autorin über ihre Einladung zu dem Wettlesen, das am Donnerstag im österreichischen Klagenfurt beginnt.
«Man muss schon ein bisschen mutig sein, und auch selbstbewusst, um sich dem überhaupt auszusetzen», sagt die 86-jährige Bachmann-Preisträgerin und frühere Jurorin Helga Schubert über den Wettbewerb.
Das Format: 14 Schreibtalente präsentieren an drei Tagen im Live-Fernsehen (3sat) vor einem Studiopublikum ihre deutschsprachigen Texte. Sie sitzen einer Fachjury gegenüber, die das Gelesene leidenschaftlich analysiert - und oft auch hart kritisiert.
Am Sonntag werden der mit 30.000 Euro dotierte Hauptpreis der Stadt Klagenfurt sowie einige weitere Preise vergeben. Doch bei dem Wettbewerb geht es auch um das Sichtbarmachen von Autorinnen und Autoren, die im Literaturbetrieb um Aufmerksamkeit kämpfen, wie die Debütantin Uzun und die Veteranin Schubert in Gesprächen mit der Deutschen Presse-Agentur erzählen.