Wegen Korruptionsverdachts im Landratsamt Miltenberg hat die Polizei mehr als 20 Wohnungen und Gewerbegebäude durchsuchen lassen. 15 Menschen zwischen Anfang 20 und Mitte 60 seien unter anderem der mutmaßlichen Bestechung und Bestechlichkeit verdächtig, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Zwei mutmaßliche Täter sollen zur Tatzeit Mitarbeitende im Landratsamt gewesen sein.
Die beiden im Amt tätigen Beschuldigten sollen den bisherigen Erkenntnissen zufolge von den anderen Verdächtigen Geld und Sachzuwendungen erhalten haben. Im Gegenzug sollen die mutmaßlich Bestechenden bei Auftrags- und Vergabeverfahren bevorzugt worden sein.
Monatelange Ermittlungen
Die Ermittlungen hatten im vergangenen Sommer nach Hinweisen begonnen. Am Dienstag schließlich erfolgten die Razzien im bayerischen Landkreis Miltenberg, aber auch in einem Gebäude auf baden-württembergischer Seite. Zudem wurde den Angaben zufolge das Landratsamt durchsucht. Dabei seien insbesondere Datenträger beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet werden.
Alle Verdächtigen seien angetroffen, der Hauptverdächtige vorläufig festgenommen worden. Der Mann sei später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zur Identität der Beschuldigten und ob sie etwas zu den Vorwürfen gesagt haben, wurden keine Angaben gemacht.
Die Ermittler froren laut Mitteilung Vermögen des Hauptverdächtigen ein. Sie hätten mutmaßliche Taterträge im Wert eines hohen sechsstelligen Geldbetrags sichern können, darunter Bargeld, hochwertige Autos und andere Wertgegenstände.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten