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Tödliche Waffenkontrolle stürzt Landratsamt in tiefe Trauer

Tödliche Waffenkontrolle stürzt Landratsamt in tiefe Trauer
Einsatzkräfte stürmten die Wohnung, in der sich der Mann verschanzt hielt. / Foto: Tizian Gerbing/dpa
Warum kam es bei der Routinekontrolle in Berngau zu tödlichen Schüssen? Das Landratsamt bleibt bis auf weiteres geschlossen, während die Ermittlungen andauern.

Die Mitarbeitenden des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz trauern um ihre bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle getöteten Kollegen. «Wir haben gestern durch die schreckliche Tat eines Einzelnen zwei liebgewonnene und sehr zuverlässige Mitarbeiter bei uns im Landratsamt Neumarkt verloren», sagte Landrat Martin Meier (Freie Wähler) am Morgen nach den dramatischen Ereignissen. «Es ist schrecklich, es ist eine unfassbare Tat, es ist grauenvoll, und wir können das Ganze noch gar nicht richtig einordnen und auch noch nicht richtig greifen.»

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde würden nun unterstützt. Niemand müsse mit seiner Trauer und mit seinem Schmerz alleine sein. Meier bedankte sich unter anderem bei den Einsatzkräften in Berngau. 

In der kleinen Gemeinde hatten eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamtes am Donnerstagnachmittag einen registrierten Waffenbesitzer routinemäßig kontrollieren wollen und waren dabei getötet worden - mutmaßlich erschossen von dem Mann, der legal zehn Waffen besaß. Der 60 Jahre alte Verdächtige ist nach Worten von Bayern Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Jäger und Sportschütze.

Die Hintergründe der Tat sind bisher unbekannt. Der Verdächtige konnte festgenommen worden. Die Ermittler haben bisher nicht mitgeteilt, ob der 60-Jährige, der schwer verletzt wurde, schon befragt werden konnte.

Verdi fordert Konsequenzen

«Niemand darf bei der Erfüllung seiner beruflichen Aufgaben um sein Leben fürchten müssen», sagte der Geschäftsführer von Verdi Oberpfalz, Alexander Gröbner. Die Gewerkschaft forderte, die bestehenden Schutz- und Präventionskonzepte für Beschäftigte im Außendienst zu überprüfen und weiterzuentwickeln. «Dazu gehören eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung, klare Sicherheitsabläufe, ausreichende personelle Ressourcen und wirksame Schutzmaßnahmen», hieß es in einer Mitteilung.

Kondolenzbücher im Landratsamt

Landrat Meier sagte zudem: «Ich möchte nicht versäumen, mich zu bedanken bei den Mitarbeitern meines Krisenstabes, die trotz einer erheblichen emotionalen Ausnahmesituation sehr sachlich, sehr ruhig, sehr koordiniert gearbeitet haben.» Dankbar sei er auch für «die vielen, vielen Solidaritätsbekundungen, die momentan unser Landratsamt erreichen». 

Das Landratsamt sollte am Freitag für Besucher geschlossen bleiben, ebenso die Außenstellen. Am Samstag sollen von 9.00 bis 12.00 Uhr Kondolenzbücher für die Opfer im Eingangsbereich des Landratsamtes ausgelegt werden.

Landratsämter organisieren und beaufsichtigten viele öffentliche Aufgaben im Landkreis und sind Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger aus den kreisangehörigen Gemeinden, etwa bei Fragen zu Abfallwirtschaft, Kreisstraßen, öffentlichem Nahverkehr, Schulen, sozialen Hilfen und Gesundheitsversorgung.

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