Nachdem ein Straftäter beim Freigang im niederbayerischen Plattling kurzzeitig entflohen war, bedauert das Bezirksklinikum Mainkofen in Deggendorf Fehler. Der wegen Totschlags verurteilte 24-Jährige war am Donnerstag vergangener Woche während eines Kinobesuchs entkommen. «Das Fehlen einer männlichen Begleitperson und die damit fehlende Begleitung bei dem Toilettengang war im Nachhinein der Hauptfehler in der Planung», teilte Chefarzt Johannes Schwerdtner mit. Sämtliche Abläufe in der Klinik würden überprüft, um derlei Fehler in Zukunft zu verhindern.
Vorerst keine Lockerungen für den 24-Jährigen
Der Somalier war knapp acht Stunden nach seiner Flucht gefasst und in die Klinik zurückgebracht worden. Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot an Beamten sowie einem Hubschrauber, einer Drohne und einem Hundeführer nach ihm gesucht. Für den 24-Jährigen soll es vorerst keine Lockerungen mehr geben.
Die Entscheidung für den begleiteten Freigang vergangene Woche schätzten die Verantwortlichen jedoch weiterhin als grundsätzlich richtig ein, teilte eine Sprecherin des Bezirkes Niederbayern mit. Zu dem Zeitpunkt habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Zwar habe der Mann bereits vor etwa drei Jahren einen erfolglosen Fluchtversuch unternommen, seine Behandlung sei seither jedoch positiv verlaufen.
Mann wegen Totschlags in psychiatrischem Krankenhaus
Für den Mann war 2022 vor dem Landgericht Deggendorf wegen Totschlags die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet worden. Er hatte im Juli 2021 einen Mitbewohner mit mindestens 111 Messerstichen getötet und die Leiche enthauptet. Nach Bezirksangaben habe es seit 2023 Lockerungsmaßnahmen aufgrund eines bis dahin erfolgreichen Therapieverlaufes gegeben. Ziel der Behandlung sei die Resozialisierung samt Wiedereingliederung in den Lebensalltag.
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