Ein Mädchen auf den Philippinen soll von einem Mann aus Mittelfranken drei Jahre lang schwer sexuell missbraucht worden sein - über einen Livestream. Nun hat die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Anklage gegen den 53-Jährigen erhoben. Demnach soll er unter anderem von Deutschland aus bei der Mutter des Kindes den Missbrauch in Auftrag gegeben und die Taten gegen Geldzahlung übers Internet mitverfolgt und auch angeleitet haben.
Insgesamt 74 solcher Missbrauchsfälle lastet die Zentralstelle dem 53-Jährigen an. In zwei Fällen soll der Mann bei den Taten per Livestream zugesehen haben, sagte ein Behördensprecher. Überwiegend habe ihm die Mutter die Videos und Fotos danach zur Verfügung gestellt.
In einem weiteren Fall soll der Mann laut Anklage auf die Philippinen gereist sein, um das Mädchen dort vor Ort selbst schwer sexuell zu missbrauchen. In zwei weiteren Fällen wirft ihm die Behörde vor, Fotos an einen Briten und an einen US-Amerikaner geschickt zu haben, «verbunden mit dem Hinweis, er könne ein Treffen auf den Philippinen arrangieren», so die Mitteilung.
Festnahme vor einem Jahr
Eine Hilfsorganisation auf den Philippinen hatte australische Behörden auf den Fall aufmerksam gemacht. Im Dezember 2024 habe das Bundeskriminalamt die Kriminalpolizei Erlangen informiert. Nach Ermittlungen mit der Zentralstelle Cybercrime wurde der Verdächtige schließlich im Mai 2025 festgenommen. In seiner Wohnung wurden damals Mobiltelefone mit Aufnahmen entdeckt, die schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zeigten, wie die Ermittler damals mitteilten.