Nachdem der Bundesrat trotz jahrelanger Kritik aus Bayern den Weg für die umstrittene Krankenhausreform freigemacht hat, fordert die Staatsregierung nachträgliche Korrekturen durch die nächste Bundesregierung. «Die vorgezogene Neuwahl des Bundestags wird die Karten neu mischen. Denn die nächste Bundesregierung muss sich die Krankenhausreform noch einmal vornehmen und wichtige Nachbesserungen in die Wege leiten», sagte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) in Berlin. Am 23. Februar finden in Deutschland vorgezogene Bundestagswahlen statt.
Neues Vergütungssystem geplant
Im Kern soll mit der Reform die bisherige Vergütung mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert werden. Künftig sollen Kliniken 60 Prozent der Vergütung allein schon für das Vorhalten bestimmter Angebote bekommen. Das soll Anreize zu immer mehr Fällen und medizinisch teils nicht optimalen Eingriffen beseitigen.
Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen daher auch neue «Leistungsgruppen» sein. Sie sollen Klinik-Behandlungen genauer beschreiben und bundeseinheitliche Qualitätsvorgaben dafür absichern – etwa beim Fachpersonal oder der Behandlungserfahrung. Kommen soll zudem ein milliardenschwerer «Transformationsfonds», um die Neuorganisation finanziell zu unterstützen.
SPD im Landtag: Staatsregierung ist mit Blockade krachend gescheitert
«Die Staatsregierung ist mit ihrer Blockadehaltung krachend gescheitert», sagte Ruth Waldmann aus der SPD-Landtagsfraktion. Jetzt sei der Weg frei für eine moderne medizinische Versorgung. «Die Staatsregierung muss jetzt die Ärmel hochkrempeln und kann sich nicht länger vor einer fundierten Krankenhausplanung drücken.»