Mehrere Hundert Menschen haben in Nürnberg eine Menschenkette gegen Antisemitismus gebildet. Zu der Demonstration seien am Samstagnachmittag rund 500 Menschen gekommen, sagte Polizeisprecher Marc Siegl. Mehrere Kilometer entfernt demonstrierten ihm zufolge fast zeitgleich etwa 3.600 Menschen gegen das israelische Vorgehen im Gazakrieg - und damit gut doppelt so viele wie angemeldet. Bis zum späten Nachmittag verliefen die Proteste friedlich.
Die Menschenkette hatte die Israelitische Kultusgemeinde
Nürnberg organisiert. An ihr beteiligte sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). «Wir stehen heute Hand in Hand fest zusammen und machen unmissverständlich klar: Jüdisches Leben gehört zu Nürnberg, zu Bayern, zu Deutschland und zu Europa», teilte dieser mit. Dies sei in der aktuellen Zeit besonders wichtig, denn im vergangenen Jahr habe es mehr als 1.500 antisemitische Vorfälle in Bayern gegeben. Der Krieg in Nahost verstärke Hass und Hetze.