Es ist eine der jüngsten Preisträgerinnen, die die deutlichsten Worte findet: «Ich wünsche mir, dass Deutschland aufwacht», sagt Schauspielerin Jella Haase, nachdem sie beim Bayerischen Filmpreis in München als beste Darstellerin ausgezeichnet worden ist. Bei dem Rechtsruck in der deutschen Politik «stockt mir der Atem, mein Herz überschlägt sich».
Haase: «Ich wehre mich aus der Tiefe meines Herzens»
«Ich wehre mich aus der Tiefe meines Herzens», sagt Haase und spricht sich «gegen das Normalisieren und Verharmlosen von rechter Gesinnung» aus und gegen die «Verrohung im Miteinander». Sie wünsche sich, «dass die Politik aufhört, vermeintliche Feindbilder» zu schüren, sagt die 32-Jährige, die für ihre Rolle in «Chantal im Märchenland» geehrt wird und für ihre Dankesrede langen Applaus und auch einige Standing Ovations erhält.
Haase ist bei weitem nicht die einzige, die den Glamour-Abend nutzt, um sich in einer Zeit, in der sich der Ton im Bundestagswahlkampf verschärft und sich Parteien nach der Gewalttat von Aschaffenburg mit Forderungen nach scharfen Konsequenzen überbieten, gegen den Rechtsruck in Politik und Gesellschaft zu wehren.