FDP kritisiert Sprengelpflicht bei Grundschulen
Die FDP will die in Bayern herrschende Sprengelpflicht bei den Grundschulen abschaffen. «Schulen sollen mit guten Angeboten um Kinder werben, statt sie zugeteilt zu bekommen», forderte die Landespartei in München. Bislang wird hierzulande anhand des Wohnortes festgelegt, in welche Grundschule ein Kind kommt. Der Besuch einer anderen Grundschule ist nur in Ausnahmefällen mit Gastschulantrag möglich. «Ob ein Kind dort ein Angebot fände, das besser zu ihm passt, ob seine Freunde aus dem Kindergarten dorthin gehen, ob es nach dem Unterricht in der Nähe der Eltern oder Großeltern betreut wäre: All das zählt nicht», bemängelte der FDP-Landesvorsitzende Matthias Fischbach. «Genau das, was für ein Kind den Unterschied macht, lässt der Staat nicht gelten.» Dabei habe Nordrhein-Westfalen die festen Grundschulbezirke schon 2008 abgeschafft, in England etwa könnten Eltern drei Wunschschulen nennen. «Wir wollen, dass die Sprengelpflicht auch in Bayern fällt und durch ein Recht auf freie Wahl einer wohnortnahen Schule ersetzt wird. Das funktioniert, wenn in der Schulfinanzierung das Geld den Schülern folgt und Schulen ihr Budget, Personal und Profil eigenverantwortlich einsetzen können», erläuterte Fischbach. Seine Hoffnung: «Kaputte Schultoiletten, ein Unterricht wie vor dreißig Jahren oder eine Nachmittagsbetreuung, die Kinder nur verwahrt: Das bessert sich schnell, wenn Eltern mit den Füßen abstimmen können.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten