In Bayern gibt es zu wenig Arbeitskräfte. Daran wird auch die schwache wirtschaftliche Entwicklung nichts ändern. Für das Jahr 2035 geht eine aktuelle Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft von einem Mangel von 290.000 Arbeitskräften aus. Das wären etwa 60.000 mehr als derzeit, wie Studienautor Michael Böhmer von der Prognos AG sagt. Allerdings gibt es in der Prognose eine große Bandbreite - entwickelt sich die Wirtschaft schlechter als erwartet, schrumpft die Lücke auf 210.000, entwickelt sie sich besser, wächst sie auf 330.000.
Dass trotz schwacher Wirtschaft Hunderttausende Arbeitskräfte fehlen werden, liegt vor allem daran, dass das Arbeitskräfteangebot sinkt. Im mittleren Szenario werden beispielsweise zwar 260.000 Arbeitskräfte weniger gebraucht, allerdings sinkt das Angebot um 320.000 - weil starke Jahrgänge in den Ruhestand gehen und wenig Nachwuchs nachkommt.
Dabei ist die Lücke in den vergangenen Jahren geschrumpft und wird jetzt auch weniger stark wachsen als in früheren Prognosen. Zumindest im mittleren und optimistischen Szenario für die wirtschaftliche Entwicklung ist der Tiefpunkt aber erreicht.