Die Zahl der Pendler in Deutschland wächst weiter. Im vergangenen Jahr (Stichtag 30. Juni) arbeiteten nach neuen amtlichen Zahlen 20,59 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer Kommune jenseits der Grenzen des eigenen Wohnorts. Das waren 110.000 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn mitteilte. Knapp sieben Millionen Beschäftigte pendelten demnach in eine der 80 deutschen Großstädte, im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 80.000.
2,3 Millionen Menschen fahren über 100 Kilometern zur Arbeit
Der durchschnittliche einfache Weg zur Arbeit belief sich nach BBSR-Berechnung auf 17,2 Kilometer. Doch die Durchschnittszahl verbirgt, dass viele Arbeitnehmer extrem weite Wege auf sich nehmen: Über 4 Millionen Pendler legten demnach mehr als 50 Kilometer zurück, gut 2,3 Millionen sogar mehr als 100 Kilometer.
«Rund 42 Prozent der Beschäftigten arbeiten inzwischen in Großstädten», sagte BBSR-Experte Thomas Pütz. «Diese üben als Arbeitsmarktzentren eine enorme Anziehungskraft aus.» Die hohe Zahl der Pendlerinnen und Pendler in die Großstädte habe spürbare Folgen für Verkehr, Umwelt und Lebensqualität.
Die Zahlen des Bundesinstituts decken sich mit der Einschätzung von Immobilienmaklern, der zufolge die Corona-Pandemie den Trend zum Wohnen im Umland großer Städte verstärkte. Als Gründe häufig genannt werden zum einen hohe Mieten und Immobilienkaufpreise in den Zentren, zum anderen die gestiegene Heimbüro-Quote.
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