Es ist noch nicht lange her, da wurden Wissenschaftler, die sich mit Ufos und Außerirdischen beschäftigen, belächelt. Doch seit die US-Regierung im Juni 2021 bekanntgegeben hat, dass sie bislang keine Erklärungen für rund 140 Himmelserscheinungen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten habe, kommt Bewegung in das Thema. Der Würzburger Raumfahrt-Techniker Hakan Kayal sammelt Informationen über die Sichtung von unbekannten Flugobjekten (Ufos) und unidentifizierten Himmelsphänomenen (Unidentified Anomalous Phenomena/UAP), gibt aber zu: «Wir haben eigentlich keine Ahnung.»
Was sind Ufos, was UAPs?
Mit Ufo ist nicht automatisch etwas Außerirdisches gemeint. Unidentifizierte fliegende Objekte meint, dass man (noch) nicht weiß, worum es sich handelt. Fliegend bedeutet, es befindet sich am Himmel oder bewegt sich in der Luft. Das kann ein Licht sein, ein Gerät oder ein Phänomen.
Berichte über die angebliche Sichtung von Ufos gibt es seit Jahrzehnten. Oft entpuppt sich das Gesehene als Stern, Satellit, Drohne, Wetterballon oder verglühender Weltraumschrott - aber längst nicht alles lässt sich so erklären.
Wer checkt Meldungen über Ufos und UAPs?
Meldungen über Ufos - die Wissenschaft spricht lieber von unidentifizierten Himmelsphänomenen (Unidentified Anomalous Phenomena/UAP) - werden vor allem in den USA gesammelt, etwa von der Raumfahrtbehörde Nasa oder dem Militär. Aber auch in Frankreich beschäftigen sich Forscher damit.
In den USA wurde im Sommer 2022 die sogenannte All-Domain Anomaly Resolution Office (AARO) gegründet, eine Behörde, die Meldungen etwa von Piloten zu unidentifizierten Himmelsphänomenen untersucht.
In Deutschland gibt es Ufo-Meldestellen wie zum Beispiel die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens (GEP). Diese ist eine Anlaufstelle für Bürger, die nach einer wissenschaftlichen Erklärung für ihre Beobachtungen am Himmel suchen. Seit ihrer Gründung 1972 sind bei der GEP mit Sitz in Lüdenscheid (NRW) Tausende Ufo-Sichtungen eingegangen. Seit 2022 ist der Verein gleichzeitig assoziiertes Mitglied beim interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) an der Universität Würzburg.
Für Piloten - sei es von Privatflugzeugen oder Linienmaschinen - haben auch der Raumfahrt-Techniker Kayal und sein Team vor wenigen Wochen eine Meldeplattform geschaffen. Ziel sei es, das Thema in der Bevölkerung und insbesondere auch unter Piloten von seinem Stigma zu befreien. «Es hat natürlich auch den Zweck, dass wir hochwertige Daten sammeln und mehr Daten sammeln können als bisher», erklärt Kayal.