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Jugend forscht: KI gegen Betrug und Sanduhr-Physik

Beim Wettbewerb Jugend forscht sind Nachwuchswissenschaftler für ungewöhnliche Projekte ausgezeichnet worden. (Symboldbild) / Foto: David Hammersen/dpa
Beim Wettbewerb Jugend forscht sind Nachwuchswissenschaftler für ungewöhnliche Projekte ausgezeichnet worden. (Symboldbild) / Foto: David Hammersen/dpa

Was Sanduhren, Peptide und Vakuumpinzetten gemeinsam haben? Junge Tüftler verblüffen mit cleveren Ideen aus vielen Bereichen der Wissenschaft – und räumen Preise bei «Jugend forscht» ab.

Die Siegerinnen und Sieger des 61. Bundesfinales von «Jugend forscht» stehen fest. Bei der Siegerehrung bei Schaeffler in Herzogenaurach wurden Deutschlands beste Nachwuchstalente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ausgezeichnet.

Die Preise überreichte unter anderem Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). An der Veranstaltung nahmen zudem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft teil. Insgesamt hatten sich 159 junge Forscherinnen und Forscher mit 116 Projekten für das Bundesfinale qualifiziert.

Spiegelbildliche Peptide 

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten Viyona Singh (14) und Aarav Singh (14) von der German International School of Silicon Valley im US-amerikanischen Mountain View (USA). Ihre Arbeit im Fachgebiet Biologie befasste sich mit Proteinen, die in spiegelbildlicher Struktur vorliegen. Obwohl sie die gleichen Bausteine enthalten, verhalten sie sich biologisch unterschiedlich. KI-basierte Programme haben Schwierigkeiten, solche spiegelverkehrten Moleküle zuverlässig zu erkennen. Das bringt Probleme in der medizinischen Forschung mit sich. Die beiden jungen Forschenden kamen nun zu dem Ergebnis, dass für eine genauere Strukturvorhersage eine Kombination mit physikbasierten Modellen nötig ist.

«Wie tickt die Sanduhr?»

Den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit holte der 18-jährige Tim Kammel aus Nordrhein-Westfalen. Unter dem Titel «Wie tickt eine Sanduhr?» analysierte er die Physik von Sanduhren und den Einfluss von Öffnungsgröße, Trichterform und Sandmenge auf das Strömungsverhalten des Sandes. Er zeigte, dass selbst minimale geometrische Veränderungen die Messdauer deutlich beeinflussen. Zudem wies er nach, dass die Fließgeschwindigkeit des Sandes unabhängig vom Füllstand weitgehend konstant bleibt.

Von neuen Pinzetten bis zu Echtzeit-Erkennung von Telefonbetrug 

Der Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit ging an Julian Scharnowski (20, Baden-Württemberg). Er entwickelte eine kostengünstige Vakuumpinzette, mit der sich winzige Elektronikbauteile präzise auf Platinen platzieren lassen. 

Der Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit wurde an Vincent Nack (19, Bayern) vergeben. Er konzipierte ein KI-gestütztes System zum Schutz vor Telefonbetrug, das umgewandelte Gesprächsinhalte analysiert und Täuschungsmuster in Echtzeit erkennt.

Weitere Bundessiege gingen unter anderem an Nachwuchsforschende in den Bereichen Chemie, Mathematik/Informatik, Technik, Arbeitswelt und Geo- und Raumwissenschaften. Unter anderem ging es um Diabetesmedikamente, Metalllegierungen, eine Simulation zu Satellitenbahnen und ein Modell zur Erklärung der Entstehung der ersten Sterne. Den Sonderpreis «Jugend forscht Schule 2026» erhielt das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach.

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