Eine Schönheit ist er nicht, dieser Geronticus eremita, zu Deutsch: Waldrapp, auch Schopf-Ibis genannt. Der Vogel mit den kahlen roten Kopf und der etwas zerrupften Frisur aus Nackenfedern steht auf der Roten Liste bedrohter Arten. In Burghausen läuft seit mehr als 20 Jahren ein Wiederansiedlungsprojekt. Bald sollen die Tiere in der Stadt Nachwuchs zeugen.
Live dabei: Kameras zeigen das Brutgeschehen
Das Waldrapp-Team hat neue Brutnischen an der Wehrmauer der Burg eingerichtet. In Kürze werden die Tiere erwartet, die nach dem Winter aus dem Süden zurückkehren. Just am Dienstag seien erste Vögel in der Toskana losgeflogen, wie die Daten der GPS-Sender am Rücken der Vögel zeigen, berichtet das Waldrapp-Team.
Die Tiere haben mehr als elf Quadratmeter in 20 Nischen zur Verfügung - genug Platz für etwa 30 Brutpaare, wie das Projektteam mitteilt.
Erstmals können Waldrapp-Fans den Tieren beim Brüten und bei der Aufzucht zusehen. Aus acht Nischen sollen Kameras rund um die Uhr Live-Bilder senden. Rund 60.000 Euro haben die neuen Brutnischen mitsamt den Kameras gekostet. Finanziert wurde dies laut Projektteam vom bayerischen Umweltministerium, der Stadt Burghausen und der Deutschen Wildtierstiftung.