Vordergründig ist es nur ein Buchstabe – vor 200 Jahren erließ König Ludwig I. per Dekret, dass sein Reich künftig nicht mehr Baiern heißen soll, sondern Bayern. Mit Ypsilon. Darin habe sich seine Vorliebe fürs Griechische gezeigt, sagte Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte (HdBG): «Er hat bis ins hohe Alter Griechisch gelernt.»
Die Griechenland-Begeisterung des Monarchen, der 1825 auf den Thron kam, zeigte sich vor allem auch in seiner Bautätigkeit – für München schwebte ihm ein «Isar-Athen» vor.
Doch die Entscheidung vom 20. Oktober – nur wenige Tage nach Ludwigs Thronbesteigung – zur Schreibweise Bayerns habe auch eine politische Dimension gehabt, betonte Loibl: Im Zuge der Napoleonischen Kriege, dem «rechtzeitigen Seitenwechsel» und dann der Neuordnung auf dem Wiener Kongress habe sich Bayern um etwa ein Drittel vergrößert, vor allem um Gebiete in Schwaben und Franken.