Blaumeisen sind alles andere als treue Gefährten, in vielen Nestern wächst mindestens ein Kuckuckskind auf. Jungspunde landen bei Weibchen dabei weitaus seltener als ältere Männchen - offenbar werden sie bei Seitensprüngen von der erfahreneren Konkurrenz übertrumpft, berichtet ein Forschungsteam aus Bayern und Großbritannien im Fachjournal «PLOS Biology». Möglicherweise seien ältere Meisen im Kampf erfolgreicher, würden von Weibchen als attraktiver empfunden oder investierten mehr Energie ins Fremdgehen. Auch eine Mischung von Faktoren sei denkbar.
Die Gruppe um Bart Kempenaers um Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz in Seewiesen/Pöcking hatte Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) untersucht, die in Nistkästen im Wald brüteten. Neben Verhaltensbeobachtungen wurden DNA-Tests durchgeführt. Die Analyse bestätigte zunächst, dass einjährige männliche Blaumeisen weniger erfolgreich bei der Zeugung von Nachwuchs außerhalb ihrer Partnerschaft sind. Doch geht das auf mangelnde Erfahrung, weniger Interesse oder unausgereifte körperliche Merkmale zurück - oder werden sie von älteren Artgenossen ausgebootet?