Wohnen für Studierende nirgendwo so teuer wie in München
Die Wohnkosten für Studierende sind nirgendwo in Deutschland so hoch wie in München. In der Landeshauptstadt kostet eine studentische Musterwohnung mit 30 Quadratmetern warm rund 880 Euro im Monat, ein WG-Zimmer mit 20 Quadratmetern schlägt im Schnitt mit 850 Euro zu Buche, wie aus dem Studentenwohnreport 2026 des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Auch an anderen bayerischen Hochschulstandorten legten die Mieten demnach auf hohem Niveau zu. Dem Report zufolge sind bezahlbare Buden für Studierende bundesweit knapp. Die Mieten für studentisches Wohnen stiegen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Schnitt um 2,6 Prozent. Besonders stark verteuerten sich kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern mit einem Plus von 3,5 Prozent. In diesem Segment ist München mit weitem Abstand Spitzenreiter. Es folgen Berlin, Frankfurt, Köln, Hamburg und Heidelberg, wo etwa 700 bis 720 Euro für eine Kleinst-Wohnung anfallen. Der günstigste der 38 untersuchten Hochschulstandorte ist Chemnitz mit rund 280 Euro im Monat. Er ist zugleich der einzige, in dem die Wohnkostenpauschale der staatlichen BAföG-Unterstützung in Höhe von 380 Euro ausreicht, um die Warmmiete einer solchen Wohnung vollständig zu decken. Damit kommt man auch in anderen bayerischen Studentenstädten nicht weit. In Würzburg werden für die Musterwohnung 620 Euro fällig, ein WG-Zimmer gibt es für 548 Euro. Regensburg ist mit 584 beziehungsweise 512 Euro dabei, etwas günstiger ist Nürnberg mit 556 beziehungsweise 509 Euro. Dabei legte der Studentenwohnpreisindex in München auf sehr hohem Niveau mit 1,8 Prozent am wenigsten zu. In Würzburg stieg er binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent, in Regensburg um 3,0 Prozent und in Nürnberg um 2,8 Prozent. Studierende mit eigener Haushaltsführung gaben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 54 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnen aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Gesamtbevölkerung. 65 Prozent gelten als wohnkostenüberbelastet. Der Studentenwohnpreisindex bildet die qualitäts- und lagebereinigte Entwicklung öffentlich inserierter Neuvertragsmieten ab. Der Report wies auch darauf hin, dass vorübergehende demografische Effekte wie die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium die Nachfrage regional zeitweise abschwächen konnten, aber nichts an der strukturellen Wohnraumknappheit ändern. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBAföG-Satz sieht für Wohnen nur 380 Euro vor
Zwei Drittel aller Studierenden gelten als wohnkostenüberbelastet