EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert mehr Investitionen und einen besseren rechtlichen Rahmen für die Kernfusionsforschung in Europa. «So schwierig diese Technologie ist, so groß ist ihr Potenzial», sagte die Christdemokratin am Donnerstag bei dem Besuch eines Forschungszentrums für Kernfusion in Garching bei München.
Es sei wichtig, die regulatorischen Rahmenbedingungen zu hinterfragen. Die Fusionsforschung sei in einer Phase, in dem ein günstiger, gesetzlicher Rahmen die Kernfusion nach vorn bringen könne. Von der Leyen verwies auf das europäische Halbleitergesetz. «Auch das war ein regulatorischer Rahmen, der der Produktion für Halbleiter in Europa einen gewaltigen Schub nach vorne gebracht hat», sagte von der Leyen. «Kernfusion ist nicht Kernenergie», ergänzte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Manche Vorhaben könnten aber unter rechtliche Anforderungen der Kernenergie fallen. Der Unterschied müsse geklärt werden, forderte Söder.
Außerdem sprach sich die EU-Kommissionschefin für mehr Investitionen aus - besonders auch in öffentlich-private Forschungspartnerschaften. Von der Leyen hatte neben der Besichtigung einer Versuchsanlage am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik auch Gespräche mit Start-ups aus der Fusionsforschung geführt. Auch den Vorschlag einer europäischen Investitionsallianz von Ministerpräsident Söder nehme sie gerne mit.