Wegen hoher Kosten für Kerosin und der fortgesetzten Streiks schließt die Lufthansa ihre Regionaltochter Cityline. Nach dem Willen des Vorstands sollen 27 ältere Canadair-Jets der aktuell noch bestreikten Gesellschaft gar nicht mehr im Linienverkehr abheben. Bei dem vorgezogenen Sparprogramm muss auch die ebenfalls bestreikte Kerngesellschaft Lufthansa Federn lassen.
Die Gewerkschaft Ufo versteht den Schritt als Bestrafung für die Streiks, die am Vortag noch die 100-Jahr-Feier des Konzerns begleitet hatten und auch am Donnerstag an deutschen Flughäfen wieder für hunderte Flugausfälle gesorgt haben. «Wir sind erschüttert und fassungslos», erklärte Tarifexperte Harry Jaeger. «Der Vorstand führt mit seinem skrupellosen Vorgehen Krieg gegen die eigenen Leute.» Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will am Freitag wie angekündigt ihre Streiks bei Lufthansa und Cityline fortsetzen, wie Präsident Andreas Pinheiro bestätigte.
Die VC kritisierte die kurzfristige Einstellung des Flugbetriebs der Cityline scharf: «Die angeführten geopolitischen Gründe erscheinen aus unserer Sicht nicht überzeugend, da kein Wettbewerber derzeit Kapazitäten in diesem Umfang aus dem Markt nimmt», sagte Pinheiro laut Mitteilung. Vielmehr deute vieles darauf hin, dass es sich um eine Maßnahme im Zusammenhang mit den aktuellen tarifpolitischen Konflikten innerhalb des Konzerns mit VC und Ufo handelt.