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Sudetendeutscher Tag in Brünn: Söder nennt Treffen 'großes Friedensfest'

Bernd Posselt (r), Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, mit dem Schriftsteller Milan Uhde (l), dem diesjährigen Preisträger des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen, an einem Tisch. / Foto: Michael Heitmann/dpa
Bernd Posselt (r), Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, mit dem Schriftsteller Milan Uhde (l), dem diesjährigen Preisträger des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen, an einem Tisch. / Foto: Michael Heitmann/dpa

Beim erstmals in Tschechien ausgetragenen Sudetendeutschen Tag in Brünn nannte Markus Söder das Treffen ein 'großes Friedensfest'. Karlspreis an Milan Uhde; Veranstaltung umstritten.

Der erstmals in Tschechien ausgetragene Sudetendeutsche Tag hat mit dem Haupttreffen auf dem Messegelände in Brünn (Brno) seinen Höhepunkt erreicht. «Das ist ein großes Friedensfest», sagte in seiner Rede der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er sprach von einem historischen Tag und einem historischen Signal. Die vertriebenen Sudetendeutschen seien «absolute Brückenbauer», die keine Revanche forderten. 

Seit 1950 kommen aus der damaligen Tschechoslowakei vertriebene Deutsche und ihre Nachkommen zu dem traditionellen Pfingsttreffen zusammen. Bayern hat seit 1954 die Schirmherrschaft über die Volksgruppe inne. 

«Wir haben eine klare Botschaft - und diese Botschaft ist eine Botschaft nicht des Hasses, sondern der Liebe», sagte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt. Der CSU-Politiker betonte: «Wir sind hier nicht, um etwas zu fordern, wir sind hier, um etwas zu geben.»

Karlspreis an Milan Uhde

Der tschechische Schriftsteller und frühere Dissident Milan Uhde nahm den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft entgegen. Posselt lobte ihn als einen «Herzensfreund der Sudetendeutschen und großen Europäer». 

Die Auszeichnung geht an Personen, die sich in besonderer Weise um die Völkerverständigung und um die europäische Einheit verdient gemacht haben. Benannt ist der Preis nach dem römisch-deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV. (dem Vierten; lebte 1316 bis 1378).

Die Vertriebenenveranstaltung ist im Gastland umstritten. Minister der tschechischen Regierung unter dem Rechtspopulisten und Milliardär Andrej Babis blieben dem Treffen fern. Das Abgeordnetenhaus sprach sich in einer Entschließung mehrheitlich gegen Tschechien als Austragungsort aus. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der Nazi-Besatzungszeit wurden rund drei Millionen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben.

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