Der geplante Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo könnte im deutschen Fernverkehr aus Sicht der Gewerkschaft EVG zu deutlichen Einschränkungen führen. Mindestens 16 Städten drohe die Abkoppelung vom ICE- und IC-Verkehr, heißt es laut «Bild am Sonntag» in einer Analyse der Bahngewerkschaft. Auch bayerische Städte wie Augsburg, Ingolstadt oder Bamberg sollen betroffen sein. Die Ingolstädter CSU-Fraktion wandte sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Michael Kern.
Ein EVG-Sprecher betonte auf Anfrage, dass dies eine erste Analyse sei und nur Bahnhöfe aufgeführt würden, bei denen sich die Gewerkschaft nach jetzigem Stand sicher sei, dass es zu erheblichen Auswirkungen kommen würde. Die tatsächlichen Folgen dürften weitreichender sein.
Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), zeigte sich ebenfalls besorgt. Der Wettstreit um bestehende Trassen könnte auch in Bayern zu Streichungen im Fernverkehr führen und den Nahverkehr beeinträchtigen. «Ich kämpfe dafür, dass keine neuen Trassen vergeben werden, solange es so viele Baustellen im Netz gibt, schon gar nicht zulasten des Schienenpersonennahverkehrs», sagte Bernreiter in München. «Dem Fernverkehr muss auferlegt werden, dass die Regionen in der Fläche angebunden sind.» Dafür setze sich nicht nur Bayern ein, dafür stünden alle Länder.