Trotz etlicher Sicherheitsprobleme im Radverkehr Bayerns hat sich Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gegen eine Helmpflicht für Radfahrer ausgesprochen. «Wir empfehlen Helm zu tragen, aber wir sind uns mit dem ADFC nach wie vor einig, dass wir es nicht zur Vorschrift machen wollen, weil es nach allgemeiner Einschätzung dazu führen würde, dass einige Leute dann nicht mehr Fahrrad fahren wollen», sagte Herrmann am Mittwoch in Nürnberg. Er selbst trage «meistens Helm», wenn er auf dem Rad sitze, sagte Herrmann.
Die bayerische Polizei kontrolliert im Monat Mai verstärkt den Radverkehr im Freistaat. In den ersten beiden Wochen des Monats seien bereits 5885 Verstöße festgestellt worden, sagte Herrmann. Darunter seien 2740 Fälle gewesen, in denen sich die Radfahrer selbst nicht richtig verhalten hätten, weil sie etwa als Geisterfahrer auf dem falschen Fahrstreifen unterwegs waren oder unerlaubt auf dem Gehweg fuhren. In 680 Fällen seien Auto- oder Lastwagenfahrer belangt worden, vor allem, weil sie unerlaubt auf Radwegen geparkt hatten. «Viel zu oft fehlt es an gegenseitiger Rücksichtnahme, egal ob auf zwei oder auf vier Rädern», sagte Herrmann. Auch die Radfahrer dürften aber nicht meinen, sie könnten sich alles erlauben, betonte der Minister.