Im deutschen Handwerk sind im vergangenen Jahr rund 20.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks ZDH) fordert daher vor Beginn der Münchner Handwerksmesse an diesem Mittwoch eine Wende der Bildungspolitik, um nichtakademischen Bildungs- und Berufswegen zu größerer gesellschaftlicher Achtung und Anerkennung zu verhelfen.
Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen haben die Handwerksbetriebe zwar bis Ende November mehr Azubis eingestellt als im Jahr zuvor. Doch gleichzeitig blieben auch erheblich mehr Lehrstellen unbesetzt, wie der ZDH mitteilte. Demnach wurden 133.700 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen, das waren 1.815 beziehungsweise 1,4 Prozent mehr als 2022. Gleichzeitig aber waren 20.013 Lehrstellen unbesetzt, gut tausend mehr als ein Jahr zuvor.
Auf der Münchner Handwerksmesse spielt neben der eigentlichen Leistungsschau der teilnehmenden Betriebe seit jeher auch die Politik eine große Rolle. Zur Eröffnung wird Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erwartet, am Freitag steht am Rande der Handwerksmesse das alljährliche Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf dem Programm.