Unweit der idyllischen Gemeinde Reichling am Ammersee hört man lautes Brummen. Ein etwa 40 Meter hoher Bohrturm ragt in den Himmel, Lastwagen transportieren Bohrrohre auf das Gelände. Direkt neben der Gemeinde im Landkreis Landsberg soll Erdgas gefördert werden. Wann genau die Bohrarbeiten starten werden, ist weiter unsicher - klar ist: Lange dauern kann es nicht mehr. In der Gemeinde und bei Umweltschützern ist das Projekt sehr umstritten. Immer wieder hatte es Proteste gegeben.
Auf einem angrenzenden Acker, direkt gegenüber von der Baustelle, stehen Ute Steininger und Claudia Danner, beides Anwohnerinnen von Reichling. Sie machen sich Sorgen um Umweltschäden für ihr Trinkwasser, sei es durch die Förderung als auch durch Unfälle oder Störungen rund um den Bohrplatz über der Erde. Denn in direkter Nähe zum Bohrloch ist die Trinkwasserquelle des Ortes. «Diese Gasbohrung ist sieben oder neun Meter über diesem Wasserspiegel und das finden wir schon sehr bedenklich, weil man weiß, dass das Wasser zu unserer Quelle weiterläuft», sagt Steininger.