Mercedes, Volkswagen, Audi und jetzt auch BMW: Die deutschen Autokonzerne sind mit schwachen Verkaufszahlen ins neue Jahr gestartet, die Auslieferungen gingen bei allen zurück. Nach den anderen Herstellern meldete nun auch BMW ein Minus im ersten Quartal.
Schuld war bei allen vor allem die schwache Entwicklung in China und zum Teil auch in den USA, während es in Europa sogar Zuwächse gab. BMW kam dabei glimpflicher davon als die Konkurrenz aus Stuttgart, Wolfsburg und Ingolstadt: Die Münchner lieferten - inklusive ihrer Töchter Mini und Rolls-Royce - weltweit 565.748 Autos aus, 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Tags zuvor hatten bereits VW und die Tochter Audi ihre Absatzzahlen für die ersten drei Monate des Jahres veröffentlicht, vergangene Woche Mercedes und Porsche. Bei Volkswagen stand dabei konzernweit ein Minus von 4 Prozent auf noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken. Mercedes-Benz verkaufte im ersten Quartal 499.700 Pkw und Vans, was einem Rückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht.
Die Zahlen sind angesichts der etwas unterschiedlichen Berechnung nicht eins zu eins miteinander vergleichbar, zeigen aber dennoch eine Entwicklung auf.
BMW
Entscheidend für den Rückgang bei BMW war ein deutliches Minus von 10 Prozent in China auf 144.000 Fahrzeuge. Der US-Markt gab um 4,3 Prozent auf gut 90.000 nach. Sehr viel besser lief es in Deutschland mit einem Wachstum von 10,7 Prozent auf 68.000 Autos. Europa insgesamt lag mit gut 236.000 Autos 3 Prozent im Plus.
Dabei schnitt die Kernmarke mit einem Rückgang um 4,6 Prozent auf 496.050 Autos etwas schlechter ab. Tochter Mini konnte dagegen um 5,9 Prozent auf 68.427 Autos zulegen
Nachdem BMW in den vergangenen Jahren oft mit besonders starken Zahlen bei Elektroautos geglänzt hatte, sackte der Absatz jetzt um 20 Prozent auf 87.500 ab. Hier könnte sich - neben anderen Effekten - auch die Einführung der ersten Autos der sogenannten Neuen Klasse bemerkbar machen.
Bisher sind nur sehr wenige Fahrzeuge ausgeliefert worden, sie macht aber seit rund einem halben Jahr einen relevanten Anteil der Elektroauto-Neubestellungen aus. Vertriebsvorstand Jochen Goller spricht von «deutlich mehr als 50.000 Auftragseingängen seit Bestellstart in Europa». Das übertrifft die eigenen Erwartungen der Münchner und macht zumindest Hoffnung für die weitere Entwicklung.
VW-Konzern
Trotz deutlicher Verkaufsrückgänge konnte der VW-Konzern seinen globalen Marktanteil weitgehend stabil gehalten, hieß es in Wolfsburg. «Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende März insgesamt zurück», sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. «Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.»
In China, wo Europas größter Autobauer mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kämpfen hat, wurden in dem Quartal noch 548.700 Fahrzeuge übergeben, fast 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordamerika sackte die Zahl der Auslieferungen um mehr als 13 Prozent auf noch 205.500 Fahrzeuge ab. Das Minus in den USA, wo Europas Autobauer unter den Zöllen von Präsident Donald Trump leiden, lag sogar bei 20,5 Prozent.
In Deutschland und auch in ganz Europa legte VW dagegen zu. In Westeuropa wurden fast 850.000 Autos ausgeliefert, 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Deutschland lag das Plus bei 4,8 Prozent. Die Rückgänge in China und Nordamerika konnte das aber nicht ausgleichen.
Schlechter als der Gesamtkonzern schnitt dabei wegen des höheren China-Anteils die Kernmarke VW ab: minus 7,6 Prozent auf noch 1,05 Millionen Auslieferungen. Bei der Tochter Audi sanken die Auslieferungen weltweit um 6,1 Prozent auf 360.000 Fahrzeuge. Am härtesten traf es Porsche: Um 14,7 Prozent schrumpften dort die Auslieferungen auf noch knapp 61.000 Sport- und Geländewagen.
Mercedes-Benz
Auch bei Mercedes drückte das China-Geschäft deutlich auf die Zahlen. Der Pkw-Absatz der Marke ging in dem Land um 27 Prozent auf noch 111.600 Fahrzeuge zurück. Das verhagelte den Stuttgartern weltweit die Statistik: Der Pkw-Absatz (also ohne Vans) sank um 6 Prozent auf 419.400 Fahrzeuge. Ohne China wäre der Pkw-Absatz dagegen sogar um 5 Prozent gestiegen, hieß es - getragen von teils deutlichem Wachstum in Europa und den USA.
Anders als die deutsche Konkurrenz konnte die Marke mit dem Stern in den USA zulegen - um 20 Prozent auf 81.100 Fahrzeuge. In Europa gab es ein Plus von 7 Prozent auf 158.400 Fahrzeuge. In Deutschland legte die Marke um 9 Prozent auf 49.300 Autos zu. Das konnte den Rückgang in China aber nicht ausgleichen.
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