Der gemessen am Umsatz zweitgrößte Agrarhändler in Deutschland, die Agravis Raiffeisen AG, weitet sein Geschäft auf den Süden Deutschlands aus. Das Unternehmen werde dabei einen besonderen Fokus auf Bayern und Baden-Württemberg legen, kündigte Unternehmenschef Dirk Köckler bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2025 an.
Agravis werde allerdings nur als Partner von Genossenschaften auftreten. «Wir hängen keine Agravis-Fahne auf», sagte der Vorstandschef. Das Kerngebiet von Agravis liegt bislang zwischen den Niederlanden und Polen und hat seinen Schwerpunkt im Nordwesten und im Osten Deutschlands.
Auf die Frage, ob das Unternehmen mit Sitz in Münster eine Lücke schließen werde, die der ins Straucheln geratene Marktführer Baywa derzeit biete, sagte Köckler: «Das überlasse ich Ihrer journalistischen Auslegung.» Bei dem Geschäft als Großhändler geht es um Produkte wie Futtermittel oder Saatgut.
Das Unternehmen aus Münster will die Genossenschaften auch beim Ausbau des Endkundengeschäfts beraten und fertige Marktkonzepte anbieten. Dabei geht es den Ausbau des Sortiments, das Marketing bis hin zur Warenwirtschaft. Bislang war Agravis bereits mit einer Produktion von Futtermitteln in Straubing südöstlich von Regensburg vertreten.