Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas verlässt an seinem Heimatstandort Deutschland die Tarifbindung. Eine Adidas-Sprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Informationen der Gewerkschaft IG BCE. «Wir können bestätigen, dass wir im Arbeitgeberverband in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt sind», sagte die Sprecherin.
Adidas beklagt mangelnde Flexibilität
Adidas begründete den Schritt mit mangelnder Flexibilität im Tarifgefüge. «Unsere Mitarbeitenden sind die besten der Branche. Damit das so bleibt, müssen wir in der Lage sein, Gehälter auch außerhalb einer Tarifstruktur anzubieten und allen Beschäftigten - tariflich und außertariflich - attraktive Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen», heißt es in der Stellungnahme.
Eine Forderung nach mehr Entgeltgruppen und damit einer deutlichen Ausweitung der Tarifbindung auf außertarifliche Mitarbeitergruppen würde diese Flexibilität nehmen, hieß es zur Begründung weiter. Die Gewerkschaft habe zudem eine Prämie für Gewerkschaftsmitglieder gefordert. Dies sei für Adidas - auch im Sinne aller Beschäftigten - nicht verhandelbar gewesen. Das Unternehmen versicherte aber, dass etwaige Lohnerhöhungen, die in der Tarifrunde ausgehandelt würden, für die 4.600 tariflich Beschäftigten bei Adidas in Deutschland trotzdem gelten.