Grüne Wiesen im Tal, so viel Schnee wie lange nicht in den Hochlagen der Berge: Die Wintersaison hat sich in Bayern dieses Jahr extrem zweigeteilt gezeigt. Das bekam auch die Bergwacht zu spüren: Während die Wintersaison früh mit viel Schnee begann und in den hohen Lagen Wintersport bis weit ins Frühjahr möglich war, stapften zur gleichen Zeit weiter unten Wanderer und Bergsteiger bergauf.
«Am Vormittag gilt es, einen gestürzten Wanderer auf dem schneefreien Wanderweg zu versorgen, am Nachmittag steht dann ein Einsatz bei 1,5 Meter Schnee im Gipfelbereich an», schilderte Thomas Lobensteiner, Vorsitzender der Bergwacht Bayern die Auswirkungen für die Retter. «Mittlerweile müssen unsere Einsatzleiterinnen und Einsatzleiter sowie unsere ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter über den gesamten Winter hinweg maximal flexibel sein.»
Mit 530 Einsätzen und einem Anteil von knapp zwölf Prozent an den Gesamteinsätzen seien Vorfälle beim Bergsteigen und Wandern im vergangenen Winter der zweithäufigste Einsatzgrund für die Bergwacht gewesen, berichtete der Geschäftsführer der Bergwacht, Klaus Schädler. Nur im Winter 2021/2022, einer Corona-Saison, fiel die Zahl dieser Einsätze mit 550 noch höher aus. In der Vorsaison gab es gut 380 Einsätze; 2020/2021 waren es rund 440.